Energieunternehmen Tennet und S-H Netz helfen beim Artenschutz

Zum wiederholten Mal helfen uns die Energieversorger Tennet und S-H Netz beim Anbringen von Turmfalkennisthilfen an den Masten der großen Überlandleitungen.Mittlerweile konnten mit Hilfe der engagierten Mitarbeiter über 40 Nisthilfen für den kleinen Greifvogel und eifrigen Mäusejäger im Kreis Pinneberg und Kreis Steinburg angebracht werden.Mit großem Erfolg: die umgebauten Plastekanister oder Holzbetonkästen werden meist umgehend von den Turmfalken bezogen.In mäusereichen Jahren werden oft fünf, sechs oder gar sieben junge Falken darin flügge.

Ausfall unserer Jahresversammlung am 27.März

Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus sollen alle nicht unbedingt notwendigen menschlichen Kontaktebenen weitgehend eingeschränkt werden.Daher muss leider auch unsere JHV abgesagt werden.Die zur Wahl stehenden Vorstandsposten bleiben aus diesem Grund vorerst bestehen.Die Kasse ist bereits geprüft worden. Beanstandungen hat es keine gegeben. Der angekündigte Jahresbericht mit den Schwerpunkten unserer Arbeit aus 2019 folgt auf dieser Seite in Kurzform.Der Vortrag über die Anlage von Wildblumenwiesen erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Wir bedauern das alles sehr, müssen uns den Gegebenheiten aber beugen.

Unsere Arbeitsschwerpunkte in 2019:

Unser Kampf gegen die überflüssige und hochgradig umweltschädliche A20 dauert schon Jahre.Die geplante Trasse führt mitten durch die Hörnerauniederung. Diese ist nicht nur ein Projektraum des NABU für Wiesenvogelschutz, sondern traditionelller Überwinterungsplatz für den weltweit hochgradig gefährdeten Zwergschwan, der in den Tundren Sibiriens brütet.

Als aktiver Naturschutzverband sind Einsätze in der Natur unser bevorzugtes Tätigkeitsfeld.Der Einsatz gegen den Neophyten "Amerikanische Kirsche" hat uns auch 2019 intensiv beschäftigt und ist nur mit Intensität und Ausdauer zu gewinnen.Doch unser jahrelanger Einsatz zeigt deutliche Erfolge.

Die Pflege unserer zahlreichen Obstgehölze nimmt viel Zeit in Anspruch. Unser Lohn ist dafür leckeres Obst zur Erntezeit.

Etwa 565 Wildbienenarten sollen in Deutschland vorkommen.Davon ca. 300 Arten in Schleswig-Holstein.Sie erfüllen unersetzliche Aufgaben bei der Bestäubung von Wild-und Kulturpflanzen, sind aber vor allem angewiesen auf das Vorkommen einer reichhaltigen Pflanzenwelt.Diese existiert bei uns jedoch kaum noch.Wir können helfen, indem wir unsere naturfernen Rasenflächen zu Wildblumenwiesen umgestalten.Nachhaltigen Erfolg wird es aber eher geben durch die Umstellung der Landwirtschaft auf ökologischen Landbau ohne Gift, Gülle und Massentierhaltung.

2019 war ein Mäusejahr. Auch die vom Aussterben bedrohte Sumpfohreule hat bei uns in der Hörnerauniederung gebrütet. Es wurde jedoch viel zu früh gemäht und die Brut der seltenen Eulenart ging verloren.Unsere Grünlandpächter haben daher neue Verträge bekommen, die eine Mahd mit dem todbringenden Kreiselmäher grundsätzlich untersagen.Auf den kahl gemähten Wiesenflächen ist alles Leben für Monate ausgelöscht. Wir drängen deshalb auf eine extensive und weitgehend natürliche Form der Beweidung für unsere Grünlandflächen.

Windenergieboom und kein Ende?

Das ist der Preis, den unsere Mitgeschöpfe für den umgehemmten Ausbau von Windkraftanlagen bei uns zahlen müssen.Die Gefährdung besteht an 365 Tagen und Nächten im Jahr und dürfte in absehbarer Zeit den Ausrottungsprozess für viele Arten massiv beschleunigen.

Sollen wir dies als Landschaft der Zukunft hinnehmen?

Bisher ja - denn sie ist bereits Realität.

Um es vorneweg zu betonen: wir vom NABU Elmshorns sind absolute Fans von erneuerbaren Energien.

 

Doch der bisherige und geplante Ausbau der Windkraftanlagen treibt uns immer mehr Sorgenfalten auf die Stirn.

 

Die Fakten:

 

  • Bisher über 30.000 WKA auf Land in der BRD. Dazu über 1.200 Anlagen auf See.Sie produzieren fleißig Strom, der allerdings z.T. gar nicht genutzt wird, den wir als Verbraucher jedoch mit steigenden Stromkosten subventionieren müssen.

 

Doch ist dieser Strom umweltftreundlich?

 

Dies müssen wir entgegen vielfacher Verlautbarungen entschieden und deutlich in Frage stellen.

 

Warum?

 

Wir vom NABU sind zwar stark in der Klimaschutzbewegung engagiert, doch unser vorrangiger Schwerpunkt ist eindeutig der Arten- und Landschaftsschutz. Und wir fragen uns, ob der Preis, der von  Natur und Landschaft für die bisher forcierte Art von Klimaschutz bezahlt werden soll, von uns so achselzuckend akzeptiert werden kann.

 

Denn dieser Preis bedeutet:

 

  • über 12.000 Großvögel wie Adler, Milane, Weihen, Störche, Schwäne verenden alljährlich elendlich an den Rotorblättern der WKA - beim derzeitigen Ausbaustand.
  • über 200.000  durch Barotrauma getötete Fledermäuse jedes Jahr.
  • eine zahlenmäßig kaum zu schätzende Zahl getöteter Insekten durch die Rotorblätter der WKA.

 

Dazu:

 

Die überaus groß dimensionierten WKA (Repowering) stellen erhebliche Eingriffe ins Landschaftsbild dar.Eine gigantische und brutale Verwüstung ganzer Landstriche und eine Industrialisierung von Horzizonten - so sehen es immer mehr besorgte und entsetzte Mitbürger.

 

Bei einer geplanten 100igen Versorgung mit Erneuerbaren würden etwa 200.000 WKA unsere Republik bestücken müssen.Flächen von Naturschutzgebieten, Nationalparken und malerischen Bergkuppen wohl eingeschlossen.

 

Noch Platz oder Ziele für den Naturschutz?

 

Um ein derart bedrückendes Szenario nicht Realität werden zu lassen, unsere Forderungen:

 

  • endlich Ernst machen bei der Nutzung der enormen Energiesparpotentiale in nahezu allen unseren Lebensbereichen.Mit entsprechenden Techniken sind hier bis zu 30% Einsparungen zu erzielen - ohne spürbaren Komfortverlust.

 

  • Konsequente Förderung der Solartechnik. Auf jedes geeignete Dach - besonders in Gewerbe-und Industriegebieten -gehören Solarmodule. Entsprechender gesetzlicher Druck und großzügige Förderung dürften zusammen mit moderner Speichertechnik enorme Potentiale freilegen.

 

  • Rückbau der umweltschädlichen Rotorentechnik bei WKA und verstärkte Förderung der Turbinentechnik. Hier drehen sich mäßig große Schaufeln um eine vertikale Achse. Kaum eine Gefahr für Vögel, Fledermäuse und Insekten und installierbar auf jedes Hausdach und - größer dimensioniert - auch in Gewerbe-und Industriegebieten.

 

Alle drei Alternativen fördern eine dezentralisierte Form der Energieversorgung, unterstützen das lokale Handwerk und machen unabhängiger von großen Energieversorgern.

 

Klar ist: wir dürfen und können nicht mehr so weiter machen wie bisher.Doch wir als NABU müssen darauf achten, dass die neuen Wege unsere Mitgeschöpfe und Lebensräume mit Rücksicht behandeln und nicht zerstören.

 

 

 

 

Abertausende von Vögeln, Fledermäusen und Insekten werden alljährlich zu Opfern der bisher installierten Rotorentechnik bei Windkraftanlagen.Ein Preis, den ein Naturschutzverband wie der NABU niemals akzeptieren darf.

NABU im Elmshorn Magazin

NABU-Exkursion mit Gastschülern aus dem Senegal

Klima-Umwelt-Naturschutz. Diese Themen sollten im Vordergrund stehen bei einer Exkursion am 09.09.2019 mit Schülerinnen und Schülern der Erich-Kästner-Schule in Elmshorn, der betreuenden Lehrerin sowie ihren Gastschülern aus dem Senegal. Dank der sehr professionellen Übersetzung durch eine engagierte Französischlehrerin der Schule konnten die oftmals komplizierten ökologischen Sachverhalte durch den NABU-Vorsitzenden auf den verbandseigenen Flächen im Krückautal bei Kölln-Reisiek erfolgreich vermittelt werden. 

NABU-Gespräch mit MdB Ingrid Nestle

Über 12.000 Vögel fallen neben etwa 200.000 Fledermäusen alljährlich den Windkraftanlagen zum Opfer. Sie werden oft regelrecht "geschreddert". Der NABU will diesen Preis nicht bezahlen.

Der Energietransport über Freileitungen beeinträchtigt massiv das Landschaftsbild und birgt erhebliche Gefahren für anfliegende Vogelschwärme. Die konsequente Erdverkabelung ist die bei weitem bessere Alternative.

Massiven Ausbau der Windkraftanlagen mit Flügeltechnik fordern die GRÜNEN. Der NABU sieht in der "Verspargelung" der Landschaft enorme und zusätzliche Gefahren für den Artenschutz. Diese Form der Windenergienutzung ist keineswegs umweltfreundlich.

Am Donnerstag, d. 08.08.2019 sind wir zu einem Gespräch mit der GRÜNEN-Abgeordneten Ingrid Nestle in der Geschäftsstelle in Elmshorn eingeladen.

 

Aus der Vielzahl möglicher Themen wollen wir uns auf die Energiewende (insbes. WKA) und die A20 beschränken.

 

Ergebnis:

 

Bisher stehen gut 30.000 WKA in Deutschland. Wir tragen angesichts von über 12.000 alljährlich getöteten Vögeln (Adler, Störche, Milane, Weihen usw.) und 200.000 Fledermäusen unsere massiven Bedenken gegen die nach unserer Ansicht keineswegs umweltfreundliche Flügeltechnik der Anlagen vor. Der ohnehin immer dramatischer sich darstellende Artenschwund wird durch diese Technik noch intensiver beschleunigt. Andere Techniken wie  Windturbinen und auch die Solartechnik seien wesentlich umweltfreundlicher und daher verstärkt weiterzuentwickeln und zu nutzen. Auch das Landschaftsbild wird zunehmend dominiert und belastet durch die regional gehäufte Errichtung von WKA, die zusätzlich zu den vielen Freileitungen häufig ein Bild der industrialisierten Horizonte vermitteln.

 

Frau Nestle sieht in den enormen Artenverlusten durch die WKA keine Bedrohung und spricht von "individualisierten" Einbußen der einzelnen Populationen. Sie fordert eindringlich den weiteren Ausbau der Windindustrie auf der Basis der Flügeltechnik und verneint alle Ansätze alternativer Techniken als "nicht effektiv" und "technisch unausgereift". Auch das Landschaftsbild empfindet sie keineswegs als beeinträchtigt.

 

Die vom NABU geforderte Erdverkabelung von Freileitungen zur Verminderung des Tötungsrisikos anfliegender Vogelschwärme wird von ihr ebenfalls verworfen. Den NABU- Hinweis auf die umweltfreundliche und preisgünstige Technik der Verlegung weist sie ebenfalls zurück.

 

Mehr Übereinstimmung gibt es bei der Ablehnung der A20 durch Schleswig- Holstein, die von beiden Seiten als ökonomisch unsinnig und überflüssig und als ökologisch ungemein schädlich beurteilt wird. Gerade auch angesichts der immer drängender sich darstellenden Klimasituation muss Schluss sein mit Gigantomanie und ausuferndem Wachstumswahn im bundesdeutschen Straßenbau.

 

Fazit: Deutliche Diskrepanz bei der Einschätzung umweltfreundlicher Wege zur Energiewende. Landschaftsästhetik und Artenschutz nehmen auch bei den GRÜNEN keinen hohen Stellenwert ein.

 

Gemeinsame Skepsis gegen ausufernden Straßenbau insbesondere bezüglich der A 20.

 

 

Unsere Aktion: Schwalbenfreundliches Haus"

Familie Schmalfeld aus Seester bei Elmshorn erhält eine Urkunde sowie eine Plakette aus der Hand von NABU-Vorstandsmitglied Claudia Wieman.

 

Ein Rauchschwalbenpaar hat sich ausgerechnet die Gardinenstange über dem Wohnzimmerfenster der Familie Schmalfeld ausgesucht, um dort sein Nest zu bauen. Derzeit werden fünf junge Schwalben gefüttert.

 

Der NABU freut sich über die großartige Toleranz der Familie Schmalfeld und möchte dies mit der Auszeichnung als "Schwalbenfreundliches Haus" honorieren. Als ein schönes Beispiel für die friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Schwalbe auf engstem Raum.

Mehlschwalbenkolonie zerstört

Das Pumpenhaus am Hübek am Breitenburger Kanal.

Im Norden des Kreises Pinneberg liegt der Breitenburger Kanal. Die weiten Niederungen der Hörnerau werden durch das Pumpwerk Hübek über diesen Kanal entwässert. Unter den Dachtraufen des Pumpenhäuschens brüten seit Jahren immer wieder Mehlschwalben, die ihre Nester aus Lehm und Schlamm an die Wand heften.. Bis zu 20 Nester wurden schon gezählt.

Mitarbeiter des NABU, die diesen Projektraum für den Naturschutz betreuen, fanden nun alle Nester, einschließlich der ersten gelegten Eier, zerstört unten am Boden des Pumpenhäuschens. Wahrscheinlich wurden die Nester aktiv von Unbekannten von der Wand gestoßen, denn die Stange, mit der dies wohl gemacht wurde, lag gut versteckt unter Holzbohlen in der Nähe.

 

Der NABU hat der dafür zuständigen Umweltpolizei in Heide Mitteilung gemacht. Der für das Pumpenhaus zuständige Wasserverband Hörnerau lehnt die Verantwortung für den Vorfall ab und weist auf den möglichen Einfluss von kürzlich erfolgtem Hagelschlag hin.

Die Mehlschwalben müssen jetzt neue Nester bauen. Die erste Brut ist verloren gegangen.

Reste der herunter gestoßenen Mehlschwalbennester liegen am Boden.

Hilfe - so viele Schmetterlinge!

Der Distelfalter auf der Sumpfkratzdistel. Der Nektar dieser Pflanze ist seine Energiequelle, die als Wanderfalter seine Fortbewegung über enorme Distanzen ermöglicht.

Viele von uns, die auch mal einen Blick nach draußen werfen, haben es sicherlich in den letzten Wochen bemerkt: eine wahre Invasion hübscher, bunter Schmetterlinge.

 

Es handelt sich um den Distelfalter (Vanessa cardui). Millionen von ihnen sind im zeitigen Frühjahr in Südeuropa oder sogar Afrika geschlüpft und machen sich nun auf den Weg nach Norden. Bis ins Baltikum und Skandinavien kann ihre Reise führen. Hier oder auch bei uns legen sie dann ihre Eier ab. Meist nur an ihren speziellen Futterpflanzen wie Sumpf-oder Ackerdistel. Die daraus schlüpfende Generation legt bei günstiger Witterung dann oft noch einmal Eier. Alle Generationen machen sich im Herbst dann auf die Rücktour nach Süden. Brechen sie zu spät auf, schaffen sie es oft nicht mehr, die Alpen zu überqueren und sterben zu Tausenden auf den Schneefeldern.

 

Die vielen Distelfalter bei uns sind leider kein Zeichen, dass es den Insekten hier nun wieder besser geht. Gleichwohl ist es für sie wichtig, dass die oft so unbeliebten Disteln noch einen Platz bei uns finden. Sie sind enorm wichtige Futterpflanzen für den Distelfalter und viele anderen Insekten.

Die Raupen des Distelfalters bevorzugen Distelgewächse, verschmähen aber auch andere Futterpflanzen nicht.

Das Weibchen des Distelfalters legt seine Eier einzeln an der Blattoberseite der Pflanzen ab.

Erfolg für den Weißstorch

Vor gut neun Jahren erhielten wir einen Anruf von der Familie Meyn aus Auufer an der Stör im Kreis Steinburg. "Wir würden so gern den Storch wieder bei uns ansiedeln. Könnt ihr uns helfen?"

 

Mit Hilfe des Energieunternehmens EON in Quickborn, das zu der Zeit noch einen Fonds für Artenschutz bereit gestellt hatte, wurde auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Meyn dann ein komfortabler Mast mit Storchennest fachgerecht aufgebaut.

 

Nachdem sich in den Folgejahren immer wieder Störche für das Nest zu interessieren schienen, kam es dann endlich in diesem Frühjahr 2019 zur ersten erfolgreichen Ansiedlung eines Paares. Gleich drei Jungvögel sitzen derzeit auf dem Nest und werden aufmerksam von den Eltern bewacht.

 

Unser Fotograf Claus Dammann konnte den erfreulichen Vorgang auch im Bild dokumentieren.

 

Drei junge Störche sitzen mit einem Elternvogel auf dem Nest in Auufer an der Stör

Vor neun Jahren haben wir mit Hilfe der EON einen Mast mit Nest auf dem Hof der Familie Meyn in Auufer aufgestellt.

 

Jetzt ist endlich eine Storchenfamilie eingezogen.

Elmshorn- insektenfreundliche Stadt oder Ordnung, Ordnung über alles?

Kahlrasierte Wegränder im Mai: weder Schutz noch Nahrung für Rebhühner.Auch deshalb sind sie bei uns nahezu ausgerottet.
Kahlrasierte Wegränder im Mai: weder Schutz noch Nahrung für Rebhühner.Auch deshalb sind sie bei uns nahezu ausgerottet.

Insektensterben? Wildbienenschutz? Immer weniger Arten? Kaum noch Vögel im Garten?

Nach langjährigem Einsatz der Naturschutzverbände scheinen diese Fragen so langsam ins gesellschaftliche Bewusstsein gerückt zu sein.

 

Für uns Naturschützer immerhin ein bisschen Trost. Doch werden die eigentlich notwendigen Konsequenzen aus diesen Signalen bei uns auch in nachhaltiges, naturschonendes oder gar Natur förderndes Handeln umgesetzt?

 

Leider nein - stellen vor allem diejenigen von uns fest, die mit offenen Augen und Ohren nach draußen gehen. So knattern und stinken wie bisher bereits Anfang Mai wieder allerorts die Motormäher und köpfen Gräser, Kräuter und Blumen auf Ameisenschenkellänge. Verwelkt liegen Purpurnessel, Gänseblümchen, Veilchen oder Flockenblume am Wegesrand. Hungerzeit und Tod für Wildbienen, Schmetterlinge, Frösche und Eidechsen, die an Wegrainen letzte Zuflucht gefunden hatten. Ganz schlimm z.B. in der Gemeinde Horst im Norden von Elmshorn: nicht nur Wegränder werden  bereits Mitte Mai von jeglichem Leben befreit, sondern auch breite Säume an Feldwegen. Dort, wo weder Traktor noch Fahrrad jemals hinfahren. Frei nach dem Motto: Alles muss "schier" sein - bloß nicht zu viel Natur!"

Gedankenlosigkeit und fehlende Rücksicht auf unsere Natur offenbar als Grundkonsens für die Alltagspraxis. 

 

Dabei ist Horst leider keine Ausnahme: auch die Stadtgärtner Elmshorns haben nichts gelernt aus entsprechenden Informationen und gesellschaftlicher Diskussion über die fatale Lage unserer Natur vor Ort. Gleiches gilt aber auch für die immer noch zahlreichen Anhänger der Golfrasenkultur in den Hausgärten. Auch an ihnen geht das Artensterben offenbar spurlos vorbei.

 

Was hilft? -  Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her. Die Politik hat auf diesem Feld bisher weitgehend versagt. Sie muss endlich gezwungen werden, ihre sonntäglichen Sprechblasen in umwelttaugliches Handeln umzusetzen. Die Artenschutzinitiative in Bayern ist ein hoffnungsvolles Signal.  Und auch Rathauschefs müssen sich endlich einmal gegen die gedankenlose Routine ihrer Gartenabteilung durchsetzen.

 

Und wir? - Mut machen uns vermehrte Anfragen von Bürgern: "Wie lege ich eine Blumenwiese an?" Aber auch die Aktivitäten des kreisweit aktiven "Bündnisses für Natur" zeigen uns den richtigen Weg.

 

Doch reicht das für eine nachhaltige Wende? 

 

 

 

Blühende Wegränder sind heute oftmals die letzte Zufluchtsstätten für unsere Schmetterlinge.




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