Unsere Aktion: Schwalbenfreundliches Haus"

Familie Schmalfeld aus Seester bei Elmshorn erhält eine Urkunde sowie eine Plakette aus der Hand von NABU-Vorstandsmitglied Claudie Wieman.

 

Ein Rauchschwalbenpaar hat sich ausgerechnet die Gardinenstange über dem Wohnzimmerfenster der Familie Schmalfeld ausgesucht, um dort sein Nest zu bauen. Derzeit werden fünf junge Schwalben gefüttert.

 

Der NABU freut sich über die großartige Toleranz der Familie Schmalfeld und möchte dies mit der Auszeichnung als "Schwalbenfreundliches Haus" honorieren. Als ein schönes Beispiel für die friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Schwalbe auf engstem Raum.

Mehlschwalbenkolonie zerstört

Das Pumpenhaus am Hübek am Breitenburger Kanal.

Im Norden des Kreises Pinneberg liegt der Breitenburger Kanal. Die weiten Niederungen der Hörnerau werden durch das Pumpwerk Hübek über diesen Kanal entwässert. Unter den Dachtraufen des Pumpenhäuschens brüten seit Jahren immer wieder Mehlschwalben, die ihre Nester aus Lehm und Schlamm an die Wand heften.. Bis zu 20 Nester wurden schon gezählt.

Mitarbeiter des NABU, die diesen Projektraum für den Naturschutz betreuen, fanden nun alle Nester, einschließlich der ersten gelegten Eier, zerstört unten am Boden des Pumpenhäuschens. Wahrscheinlich wurden die Nester aktiv von Unbekannten von der Wand gestoßen, denn die Stange, mit der dies wohl gemacht wurde, lag gut versteckt unter Holzbohlen in der Nähe.

 

Der NABU hat der dafür zuständigen Umweltpolizei in Heide Mitteilung gemacht. Der für das Pumpenhaus zuständige Wasserverband Hörnerau lehnt die Verantwortung für den Vorfall ab und weist auf den möglichen Einfluss von kürzlich erfolgtem Hagelschlag hin.

Die Mehlschwalben müssen jetzt neue Nester bauen. Die erste Brut ist verloren gegangen.

Reste der herunter gestoßenen Mehlschwalbennester liegen am Boden.

Hilfe - so viele Schmetterlinge!

Der Distelfalter auf der Sumpfkratzdistel. Der Nektar dieser Pflanze ist seine Energiequelle, die als Wanderfalter seine Fortbewegung über enorme Distanzen ermöglicht.

Viele von uns, die auch mal einen Blick nach draußen werfen, haben es sicherlich in den letzten Wochen bemerkt: eine wahre Invasion hübscher, bunter Schmetterlinge.

 

Es handelt sich um den Distelfalter (Vanessa cardui). Millionen von ihnen sind im zeitigen Frühjahr in Südeuropa oder sogar Afrika geschlüpft und machen sich nun auf den Weg nach Norden. Bis ins Baltikum und Skandinavien kann ihre Reise führen. Hier oder auch bei uns legen sie dann ihre Eier ab. Meist nur an ihren speziellen Futterpflanzen wie Sumpf-oder Ackerdistel. Die daraus schlüpfende Generation legt bei günstiger Witterung dann oft noch einmal Eier. Alle Generationen machen sich im Herbst dann auf die Rücktour nach Süden. Brechen sie zu spät auf, schaffen sie es oft nicht mehr, die Alpen zu überqueren und sterben zu Tausenden auf den Schneefeldern.

 

Die vielen Distelfalter bei uns sind leider kein Zeichen, dass es den Insekten hier nun wieder besser geht. Gleichwohl ist es für sie wichtig, dass die oft so unbeliebten Disteln noch einen Platz bei uns finden. Sie sind enorm wichtige Futterpflanzen für den Distelfalter und viele anderen Insekten.

Die Raupen des Distelfalters bevorzugen Distelgewächse, verschmähen aber auch andere Futterpflanzen nicht.

Das Weibchen des Distelfalters legt seine Eier einzeln an der Blattoberseite der Pflanzen ab.

Erfolg für den Weißstorch

Vor gut neun Jahren erhielten wir einen Anruf von der Familie Meyn aus Auufer an der Stör im Kreis Steinburg. "Wir würden so gern den Storch wieder bei uns ansiedeln. Könnt ihr uns helfen?"

 

Mit Hilfe des Energieunternehmens EON in Quickborn, das zu der Zeit noch einen Fonds für Artenschutz bereit gestellt hatte, wurde auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Meyn dann ein komfortabler Mast mit Storchennest fachgerecht aufgebaut.

 

Nachdem sich in den Folgejahren immer wieder Störche für das Nest zu interessieren schienen, kam es dann endlich in diesem Frühjahr 2019 zur ersten erfolgreichen Ansiedlung eines Paares. Gleich drei Jungvögel sitzen derzeit auf dem Nest und werden aufmerksam von den Eltern bewacht.

 

Unser Fotograf Claus Dammann konnte den erfreulichen Vorgang auch im Bild dokumentieren.

 

Drei junge Störche sitzen mit einem Elternvogel auf dem Nest in Auufer an der Stör

Vor neun Jahren haben wir mit Hilfe der EON einen Mast mit Nest auf dem Hof der Familie Meyn in Auufer aufgestellt.

 

Jetzt ist endlich eine Storchenfamilie eingezogen.

Elmshorn- insektenfreundliche Stadt oder Ordnung, Ordnung über alles?

Kahlrasierte Wegränder im Mai: weder Schutz noch Nahrung für Rebhühner.Auch deshalb sind sie bei uns nahezu ausgerottet.
Kahlrasierte Wegränder im Mai: weder Schutz noch Nahrung für Rebhühner.Auch deshalb sind sie bei uns nahezu ausgerottet.

Insektensterben? Wildbienenschutz? Immer weniger Arten? Kaum noch Vögel im Garten?

Nach langjährigem Einsatz der Naturschutzverbände scheinen diese Fragen so langsam ins gesellschaftliche Bewusstsein gerückt zu sein.

 

Für uns Naturschützer immerhin ein bisschen Trost. Doch werden die eigentlich notwendigen Konsequenzen aus diesen Signalen bei uns auch in nachhaltiges, naturschonendes oder gar Natur förderndes Handeln umgesetzt?

 

Leider nein - stellen vor allem diejenigen von uns fest, die mit offenen Augen und Ohren nach draußen gehen. So knattern und stinken wie bisher bereits Anfang Mai wieder allerorts die Motormäher und köpfen Gräser, Kräuter und Blumen auf Ameisenschenkellänge. Verwelkt liegen Purpurnessel, Gänseblümchen, Veilchen oder Flockenblume am Wegesrand. Hungerzeit und Tod für Wildbienen, Schmetterlinge, Frösche und Eidechsen, die an Wegrainen letzte Zuflucht gefunden hatten. Ganz schlimm z.B. in der Gemeinde Horst im Norden von Elmshorn: nicht nur Wegränder werden  bereits Mitte Mai von jeglichem Leben befreit, sondern auch breite Säume an Feldwegen. Dort, wo weder Traktor noch Fahrrad jemals hinfahren. Frei nach dem Motto: Alles muss "schier" sein - bloß nicht zu viel Natur!"

Gedankenlosigkeit und fehlende Rücksicht auf unsere Natur offenbar als Grundkonsens für die Alltagspraxis. 

 

Dabei ist Horst leider keine Ausnahme: auch die Stadtgärtner Elmshorns haben nichts gelernt aus entsprechenden Informationen und gesellschaftlicher Diskussion über die fatale Lage unserer Natur vor Ort. Gleiches gilt aber auch für die immer noch zahlreichen Anhänger der Golfrasenkultur in den Hausgärten. Auch an ihnen geht das Artensterben offenbar spurlos vorbei.

 

Was hilft? -  Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her. Die Politik hat auf diesem Feld bisher weitgehend versagt. Sie muss endlich gezwungen werden, ihre sonntäglichen Sprechblasen in umwelttaugliches Handeln umzusetzen. Die Artenschutzinitiative in Bayern ist ein hoffnungsvolles Signal.  Und auch Rathauschefs müssen sich endlich einmal gegen die gedankenlose Routine ihrer Gartenabteilung durchsetzen.

 

Und wir? - Mut machen uns vermehrte Anfragen von Bürgern: "Wie lege ich eine Blumenwiese an?" Aber auch die Aktivitäten des kreisweit aktiven "Bündnisses für Natur" zeigen uns den richtigen Weg.

 

Doch reicht das für eine nachhaltige Wende? 

 

 

 

Blühende Wegränder sind heute oftmals die letzte Zufluchtsstätten für unsere Schmetterlinge.

Hatte das Usutu-Virus aus 2018 Auswirkungen auf unsere Amseln?

Zahlreiche Mitteilungen über tote oder sterbende Amseln in Elmshorn und Umgebung erhielten wir im Sommer 2018.Die Ursache für das weitverbreitete Vogelsterben, das besonders die Amseln traf, war das Usutu-Virus, das aus Südafrika stammt und von Mücken bis nach Europa verbreitet wurde. Begünstigt durch den ungewöhnlich heißen und trockenen Sommer 2018.

 

Gibt es nun spürbare Auswirkungen auf den Bestand der Amseln im Frühjahr 2019?

Auf einer langjährig untersuchten gut 100 ha großen Probefläche am Stadtrand von Elmshorn wurden in den vergangenen Jahren regelmäßig bis zu 80 Reviere der Amsel festgestellt.

 

Aktuellen Untersuchungen zufolge mit Stand Mitte April 2019 können nur noch 30 Reviere erfasst werden. Auch in der Erwartung, dass sich noch einige Reviere  im Laufe des Frühjahrs bilden, ist derzeit ein Rückgang von ca. 63% feststellbar.

 

Man kann also nur auf eine für unsere Amseln erfolgreiche Brutsaison 2019 und auf eine höhere Resistenzbildung der überlebenden Population hoffen.

 

Grüne Wüste oder lebendige Blumenwiese?

Immer noch weitläufiges Symbol einer ordnungsgemäßen deutschen Gartenkultur: der Rasen.

Allwöchentliche Schur zur Sommerzeit mit aufwändigem Geknatter und üblem Gestank.

Leider totes Land - du siehst keine Bienen, keinen Schmetterling und kaum einmal einen Vogel.

Willst du das wirklich?

Blütenreiche Stauden sind im Garten eine bienenfreundliche Alternative zu leblosen Rasenflächen.

Auge und Gemüt erfreuen sich an derart bunten Blühstreifen am Straßenrand. Auch dein Rasen kann so aussehen und ein Stück Hilfe bringen für unsere bedrängte Natur.

Du siehst immer weniger Vögel in deinem Garten. Du findest es schlimm, dass es kaum noch Bienen, Schmetterlinge und Libellen bei uns gibt. Du erfährst, dass ohne die Bestäubungstätigkeit der Honig-und Wildbienen ganze Ernten nahezu ausfallen können. Gut 560 Wildbienenarten wurden einmal in Deutschland festgestellt. Und heute? Du möchtest etwas dagegen tun, weißt aber nicht so recht, was. Mittlerweile wird immer deutlicher, dass die heutige Form der industrialisierten Landwirtschaft mit Gülle, Pestiziden und Massentierhaltung Hauptverursacher für das Artensterben ist. Du kaufst also lieber im Bio-Laden als im Discounter oder engagierst dich politisch oder in einem Umweltverband für eine naturgerechte Landwirtschaft.

 

Du kannst jedoch - wenn du Besitzer einer Rasenfläche bist - auch deinen Motormäher nahezu arbeitslos machen. Auf das allwöchentliche Geknatter und den Gestank verzichtest du und lässt deinen Rasen einfach mal wachsen. Du wirst sehen, wie schnell in einer bisher so artenarmen Monokultur Löwenzahn, Gänseblümchen oder Hirtentäschelkraut erste Blüten hervor sprießen lassen und Bienen und Schmetterlinge anlocken. Bei zwei-bis dreimaliger Mahd im Jahr wirst du von Jahr zu Jahr mehr Blühpflanzen auf deinem Rasen entdecken. Das passiert ganz von selbst - ohne eigenes Zutun.

 

Das geht dir nicht schnell genug? Rascher wirksam ist natürlich die Neuanlage zumindest eines Teils deiner artenarmen Rasenfläche. Etwa fünf cm der nährstoffreichen Oberfläche deines Rasens schiebst du ab - vielleicht zu Anfang nur auf einer Teilfläche. Den Boden ersetzt du mit nährstoffarmen Substrat aus braunem bis hellem Sand und sähst dort Wildblumensaat aus der Region ein. Anfangs gut wässern! Nach wenigen Wochen hast du deine Freude an einer artenreichen blühenden Wiese und entdeckst immer mehr Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel. Wildblumensaat vertreibt z.B. die Firma Rieger-Hofmann (www. rieger-hofmann.de) oder Saaten-Zeller (www.saaten-zeller.de) Es gibt aber auch andere. Aber wichtig: aus der Region!

Wie lange hören wir noch Lerchen?

Lies dazu die aktuelle NABU-Studie:

Der Wolf ist zurück - ist Abschießen die Lösung?

Kaum ist er nach langer Abwesenheit zurück in unserer Natur, wird bereits wie in all den Jahrhunderten vorher von Schafhaltern und einigen Jägern sein Abschuss gefordert. Auch aus Teilen der Politik - selbst von den Grünen - wird dies unterstützt .Zugegeben: es gab schon immer und es gibt heute wieder  ernsthafte Probleme zwischen Viehhaltung und großen Beutegreifern wie dem Wolf. Doch unsere Gesellschaft begrüßt mehrheitlich die Rückkehr des Wolfes. Und sie ist bereit, den betroffenen Viehhaltern großzügige Hilfe zukommen zu lassen. Doch diese sollten dann auch ernsthafte Verantwortung für ihre Tiere tragen und  z.B. für eine wolfssichere Abzäunung sorgen. Nur klagen, blutrünstige Schauerbilder veröffentlichen, längst vergessene Rotkäppchen-Ängste wieder aufkommen zu lassen und blindwütig den Abschuss fordern  - das reicht nicht und so recht zu überzeugen vermag das ebenfalls nicht.

 

Lies dazu die aktuelle Presseveröffentlichung unseres Landesverbandes.

Bunte Wiese oder grünes Niemandsland?

Über 500 Wildbienenarten soll es in Deutschland geben. Ohne sie könnten wir unsere Ernten zum großen Teil vergessen. Trotzdem tun wir alles, um ihre Bestände bei uns zu reduzieren oder gar  auszulöschen.

Seit einigen Wochen knattert, brummt und stinkt es wieder in Flur und Garten: die Rasenmäher sind los.Mit Akribie und Inbrunst geht es allem an den Kragen, das sich traut, höher als fünf cm aus dem Boden zu ragen.Egal ob Grashalm, Gänseblümchen, Ehrenpreis oder Klee.Unnachsichtig fallen sie den Rotormessern zum Opfer und landen auf Abfallhaufen oder im Knick.Golfrasenstruktur hat in deutschen Gärten, Gemeinden und Städten nahezu sakralen und prestigeträchtigen Status erlangt.

 

Doch was ist so schön an dieser leblosen, sterilen und uniformen Einöde? Eine Graswüste, die mit Kunstdünger und Gift unbedingt am Leben gehalten werden muss? Ökologisch gesehen ist es totes Land, das uns umgibt. Friedhöfe vor der Haustür.Gleichzeitig beklagt man jedoch, dass es immer weniger Vögel gibt und dass man gerade jetzt in 2018 erstaunlich wenige Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu Gesicht bekommt.

 

Eigentlich sollte das dir zu denken geben. Es sind Alarmzeichen, die uns die Umwelt sendet. Alarmzeichen, dass sich unsere Natur in einem erschreckenden Sinkflug befindet.

 

Natürlich hast du Recht, wenn du entgegnest, dass vor allem die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem übermäßigen Einsatz von Dünger und Pestiziden auf großflächigen Monokulturen  erhebliche Schuld an der gegenwärtigen Umweltmisere trägt. Aber warum importierst du derartige Methoden in deinen Hausgarten? Ist es nicht viel schöner, wenn statt dunkelgrüner Einöde blühende Kräuter und Blumen dein Umfeld zieren? Eine bunte Blumenwiese kann uns doch viel mehr Freude bringen, kann vor allem auch unseren Bienen und Schmetterlingen überlebenswichtige Nahrung und Schutz bieten.Und es kann spannend sein, wenn jede Woche etwas Neues blüht.Und im kommenden Jahr kann unsere Wiese wieder ganz anders aussehen.

 

Dein Rasenmäher wird fast arbeitslos. Denn nur noch zwei- bis dreimal solltest du deine Wiese mähen. Manche machen das auch mit einer Sense. Am besten, du lässt auch immer mal einen Streifen oder eine Insel ungemäht, lässt sie liegen bis ins nächste Jahr.Hier können sich dann Schmetterlingsraupen verpuppen und Wildbienen und Kleininsekten über den Winter verstecken.Im folgenden Jahr kann dann eine andere Ecke ungenutzt bleiben.

 

Sei also mutig und geduldig, lasse deinen Golfrasen einfach mal durchwachsen. Du wirst sehen wie schnell ein Kräutlein oder gar eine Wildblume die grüne Monotonie durchbricht. Jedes Jahr wirst du mehr Pflanzen bei dir entdecken. Wenn du sofort Erfolg sehen willst, ziehst du erst mal eine Teilfläche deines Rasens etwa drei bis fünf Centimeter ab und entsorgst die Soden am besten auf dem Kompost.Fülle dann mageren Oberboden auf (brauner bis heller Sand, Kiesgemisch) und säe im Fachhandel erhältliche Wildblumensaat ein. Nicht düngen und gut gießen!

 

Rückschläge und Enttäuschungen wirst du aushalten.Mit Geduld und zunehmender Erfahrung stellt sich jedoch rasch Erfolg ein und du wirst viel Freude an deiner Wiese haben.

 

Morgen kannst du schon anfangen!

Ohne Bienen und andere Insekten werden wir solche Ernten nicht mehr haben

Heimische Kräuter, Gräser und Sträucher sollten Platz in deinem Garten finden. Schmetterlingsraupen leben von ihnen.

Blühende Wegränder und Raine - so könnte auch dein Rasen aussehen. Und ohne Insekten gäbe es keine so schönen, leckeren Äpfel.




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