Der Wolf ist zurück - ist Abschießen die Lösung?

Kaum ist er nach langer Abwesenheit zurück in unserer Natur, wird bereits wie in all den Jahrhunderten vorher von Schafhaltern und einigen Jägern sein Abschuss gefordert. Auch aus Teilen der Politik - selbst von den Grünen - wird dies unterstützt .Zugegeben: es gab schon immer und es gibt heute wieder  ernsthafte Probleme zwischen Viehhaltung und großen Beutegreifern wie dem Wolf. Doch unsere Gesellschaft begrüßt mehrheitlich die Rückkehr des Wolfes. Und sie ist bereit, den betroffenen Viehhaltern großzügige Hilfe zukommen zu lassen. Doch diese sollten dann auch ernsthafte Verantwortung für ihre Tiere tragen und  z.B. für eine wolfssichere Abzäunung sorgen. Nur klagen, blutrünstige Schauerbilder veröffentlichen, längst vergessene Rotkäppchen-Ängste wieder aufkommen zu lassen und blindwütig den Abschuss fordern  - das reicht nicht und so recht zu überzeugen vermag das ebenfalls nicht.

 

Lies dazu die aktuelle Presseveröffentlichung unseres Landesverbandes.

Vogelsterben erreicht auch Elmshorn

Meist sind es Amseln, die uns in den letzten Wochen gemeldet werden: sie sitzen apathisch herum, fliegen kaum noch weg und liegen dann am nächsten tag tot im Garten. Schuld ist in den meisten Fällen der sog. Usutu-Virus, der durch eine Stechmückenart übertragen wird, die sich im Zuge der Klimaerwärmung nach Norden ausbreitet.

 

Man kann leider nichts machen gegen diese Seuche und kann nur hoffen, dass genügend resistente Vögel übrig bleiben und sich in der kommenden Brutsaison wieder vermehren können.

 

Die stärksten Auswirkungen hat die Seuche erfahrungsgemäß beim ersten Auftreten in einer Region. In den Folgejahren wird der Ausbruch deutlich schwächer. Man vermutet, dass die Vögel Abwehrmechanismen entwickeln und dann eine erneute Infektion überleben können.

 

Was sollst du machen, wenn du in diesen Tagen einen toten Vogel findest?

 

Nur mit Handschuhen oder übergestülpter Plastiktüte anfassen und an geeeigneter Stelle eingraben. Wenn möglich, Meldung über Telefon oder E-Mail an uns bzw. an die folgenden Adressen.

 

www.nabu.de/usutu-melden

Renke Lühken, Usutu-Experte Bernhard-Nocht-Institut,  040-42 818 862.  

Bunte Wiese oder grünes Niemandsland?

Über 500 Wildbienenarten soll es in Deutschland geben. Ohne sie könnten wir unsere Ernten zum großen Teil vergessen. Trotzdem tun wir alles, um ihre Bestände bei uns zu reduzieren oder gar  auszulöschen.

Seit einigen Wochen knattert, brummt und stinkt es wieder in Flur und Garten: die Rasenmäher sind los.Mit Akribie und Inbrunst geht es allem an den Kragen, das sich traut, höher als fünf cm aus dem Boden zu ragen.Egal ob Grashalm, Gänseblümchen, Ehrenpreis oder Klee.Unnachsichtig fallen sie den Rotormessern zum Opfer und landen auf Abfallhaufen oder im Knick.Golfrasenstruktur hat in deutschen Gärten, Gemeinden und Städten nahezu sakralen und prestigeträchtigen Status erlangt.

 

Doch was ist so schön an dieser leblosen, sterilen und uniformen Einöde? Eine Graswüste, die mit Kunstdünger und Gift unbedingt am Leben gehalten werden muss? Ökologisch gesehen ist es totes Land, das uns umgibt. Friedhöfe vor der Haustür.Gleichzeitig beklagt man jedoch, dass es immer weniger Vögel gibt und dass man gerade jetzt in 2018 erstaunlich wenige Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu Gesicht bekommt.

 

Eigentlich sollte das dir zu denken geben. Es sind Alarmzeichen, die uns die Umwelt sendet. Alarmzeichen, dass sich unsere Natur in einem erschreckenden Sinkflug befindet.

 

Natürlich hast du Recht, wenn du entgegnest, dass vor allem die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem übermäßigen Einsatz von Dünger und Pestiziden auf großflächigen Monokulturen  erhebliche Schuld an der gegenwärtigen Umweltmisere trägt. Aber warum importierst du derartige Methoden in deinen Hausgarten? Ist es nicht viel schöner, wenn statt dunkelgrüner Einöde blühende Kräuter und Blumen dein Umfeld zieren? Eine bunte Blumenwiese kann uns doch viel mehr Freude bringen, kann vor allem auch unseren Bienen und Schmetterlingen überlebenswichtige Nahrung und Schutz bieten.Und es kann spannend sein, wenn jede Woche etwas Neues blüht.Und im kommenden Jahr kann unsere Wiese wieder ganz anders aussehen.

 

Dein Rasenmäher wird fast arbeitslos. Denn nur noch zwei- bis dreimal solltest du deine Wiese mähen. Manche machen das auch mit einer Sense. Am besten, du lässt auch immer mal einen Streifen oder eine Insel ungemäht, lässt sie liegen bis ins nächste Jahr.Hier können sich dann Schmetterlingsraupen verpuppen und Wildbienen und Kleininsekten über den Winter verstecken.Im folgenden Jahr kann dann eine andere Ecke ungenutzt bleiben.

 

Sei also mutig und geduldig, lasse deinen Golfrasen einfach mal durchwachsen. Du wirst sehen wie schnell ein Kräutlein oder gar eine Wildblume die grüne Monotonie durchbricht. Jedes Jahr wirst du mehr Pflanzen bei dir entdecken. Wenn du sofort Erfolg sehen willst, ziehst du erst mal eine Teilfläche deines Rasens etwa drei bis fünf Centimeter ab und entsorgst die Soden am besten auf dem Kompost.Fülle dann mageren Oberboden auf (brauner bis heller Sand, Kiesgemisch) und säe im Fachhandel erhältliche Wildblumensaat ein. Nicht düngen und gut gießen!

 

Rückschläge und Enttäuschungen wirst du aushalten.Mit Geduld und zunehmender Erfahrung stellt sich jedoch rasch Erfolg ein und du wirst viel Freude an deiner Wiese haben.

 

Morgen kannst du schon anfangen!

Ohne Bienen und andere Insekten werden wir solche Ernten nicht mehr haben

Heimische Kräuter, Gräser und Sträucher sollten Platz in deinem Garten finden. Schmetterlingsraupen leben von ihnen.

Blühende Wegränder und Raine - so könnte auch dein Rasen aussehen. Und ohne Insekten gäbe es keine so schönen, leckeren Äpfel.

Countdown in der Natur ?

Blütenreiche Felder und Wegsäume - das ist Geschichte. Die Natur ist hier Opfer geworden von Gift und Gülleduschen der modernen Agrarwirtschaft. Wenn wir das bedauern oder ändern wollen, hilft nur ein sofortiges und konsequentes Umsteuern unserer Lebensmittelproduktion.

Wir erhalten immer mehr dieser Meldungen: Bienensterben, immer weniger Schmetterlinge. Blühende Wegränder - das war einmal. Und jetzt kaum noch Vögel am Futterhaus! Was ist draußen los?

 

Die Wissenschaftler sagen uns, dass wir in Deutschland und Europa in den letzten 30 Jahren gut 80 Millionen Brutpaare an Vögeln verloren haben. Wo sind sie geblieben? Okay, wir sind traurig, wenn wir sie plattgefahren auf den Straßen sehen, wenn sie gegen Fensterscheiben oder Stromleitungen fliegen, wenn die Katze sie stolz in die Wohnung trägt, wenn sie in großer Zahl von den modernen Windmühlen zerschreddert werden.  Und wir sind empört, wenn sie zu Millionen auf den Vogelmärkten rund ums Mittelmeer landen.

Doch am effektivsten - so sagt man uns - hat die industrielle Landwirtschaft unseren Vögeln Nahrung und Brutplätze entzogen. Glyphosat, Neonikotinoide, Gülleduschen oder Kreiselmäher haben erfolgreich und nahezu flächendeckend die natürliche Vielfalt aufs Abstellgleis verfrachtet.

 

Doch nicht allein Verkehr, Chemie, Pharma oder Agrarindustrie sind Schuld am gegenwärtigen Desaster: Auch du und ich tragen unser Scherflein dazu bei: Der Apfel im Supermarkt muss blankpoliert sein, Kotelett und Hühnerfleisch kaufen wir möglichst billig beim Discounter, Milch und Butter sollen nichts kosten. Unsere Kinder bringen wir mit dem SUV zur Schule und holen die Bötchen gleich auf dem Rückweg. Und mit akribischer Besessenheit mähen wir allwöchentlich mit viel Lärm und Gestank unseren Rasen. Gänseblümchen und Löwenzahn haben bei uns keine Chance, denn wir sind stolz auf unsere grüne, leblose Einöde vor der Tür. Nahrung für Insekten und Vögel? Sollen sich doch andere darum kümmern.

 

Mag vielleicht alles übertrieben klingen.Leider demonstriert uns die Realität 

immer eindringlicher, dass unsere Wirtschaftsweise und unsere Lebensform irgendwie in die falsche Richtung laufen. Unser Planet Erde zeigt uns immer häufiger die Gelbe Karte. Vielleicht mag es helfen, die Spieler auszuwechseln. Doch das Spiel geht weiter!

 

Denn unsere dafür verantwortlichen Politiker werden alljährlich von uns wieder gewählt. Auch, weil sie ständiges, unbegrenztes Wachstum im Munde führen. Und wir klatschen eifrig Beifall. Dabei scheinen wir alle zu vergessen, dass es unendliches Wachstum in einem begrenzten System von Fläche und Ressourcen wohl nur in Märchen gibt.

 

Lösungen für unsere Natur, unseren Planeten und auch für uns sehen anders aus: Radikale Umstellung des Verkehrswesens unter konsequentem Verzicht auf fossile Antriebssysteme, dafür Förderung intelligenter Mobilität. Minuswachstum beim Flächenverbrauch und  konsequente Revitalisierung versiegelter Böden. Schließen der Giftlabore von Bayer und Monsanto, dafür Lebensmittelproduktion ohne Chemie, Kunstdünger und Massentierhaltung. Landwirtschaftliche Betriebe erzielen ausreichende Einkommen mit naturschonender Wirtschaftsweise und bekommen faire Preise am Markt - der Ökolandbau zeigt hier richtungsweisende Ansätze.

 

Nur eine radikale und vor allem nachhaltige Wirtschaftsweise und Lebensform kann das Donnergrollen regionaler und globaler ökologischer Katastrophen noch abwenden. Auch die Vögel an deinem Futterhaus werden dir letztendlich zeigen, ob unsere Gesellschaft diese Mammutaufgabe meistern kann.

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Pflanzen, Insekten, Amphibien und Vögel sind Indikatoren für den Zustand unserer Umwelt.Geht ihre Zahl zurück oder fehlen sie, ist das ein Alarmsignal für die Qualität unserer Existenzgrundlagen. Bei uns steht der Zeiger bereits im tiefroten Bereich.




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