30 Jahre deutsche Einheit - und wie geht es unserer Natur?

Eine der großen Verlierinnen in unserer Vogelwelt: die Uferschnepfe.

Opfer von flächendeckender Entwässerung und industrieller Landwirtschaft.

Durch strengen Schutz konnte sich der Bestand des Kranichs deutlich erhöhen.

Wo gibt es noch blütenreiche Horizonte mit Schmetterlingsraupen? Auch sie sind Opfer krankhafter Mäh-und Ordnungswut und Agrarindustrie.


Ein Gewinner im vereinten Deutschland: der Seeadler.

Heute brüten über 700 Paare wieder in Deutschland.

Keine Zweifel - zum Tafelsilber der deutschen Einheit gehören in jedem Falle die fünf großen Nationalparke, die mit einem genialen Coup einer Handvoll engagierter Politakteure der DDR als dicker Pluspunkt zu gelten haben.

 

Aber sonst?

 

Der Wirtschaftsstandort Deutschland hat sich seit 1990 enorm geändert: die Siedlungs-und Verkehrsfläche wuchs um mehr als 20% auf 51.500 km2, das ist die vierfache Größe des Saarlandes.Täglich kommen 56 ha dazu.

 

Die deutsche Bevölkerung wuchs um 3 Millionen, in Ostdeutschland leben hingegen soviele Menschen wie 1905.

 

Das Autobahnnetz wuchs um 20% auf 13.000 km, davon 40% als V erkehrsprojekt deutsche Einheit.Die Zahl der PKW nahm um 36, die der LKW um 42% zu.

 

Im selben Zeitraum wuchsen 31.500 Windkraftanlagen in den deutschen Himmel. Nach Ansicht der Windkraftlobby, der Grünen und weiterer Politiker noch lange nicht genug.

 

Die Grünlandflächen verringerten sich um 12%. Was blieb sind überwiegend öde und ökologisch wertlose Grasäcker. Maisflächen wuchsen um 65%, etwa die doppelte Fläche der terrestrischen Naturschutzgebiete Deutschlands.

 

Die Zahl der Bauernhöfe schrumpfte auf ein Drittel. Die durchschnittliche Betriebsfläche vergrößerte sich auf über 60 ha. Zwei Drittel der Naturschutzgebiete sind kleiner. Ökologisch bewirtschaftet werden weniger als 10%.

 

Heute brüten bei uns 14 Millionen Vögel weniger als 1990. Das Insektensterben war bereits damals in vollem Gange. Mediale Aufmerksamkeit erfährt es erst heute.

 

Vorläufiges Fazit: erfreulich die insgesamt 16 Nationalparke in unserem Lande. Davon ein Großteil in den neuen Bundesländern.Der für 2038 terminierte Stopp des Braunkohleabbaus mag ebenfalls zu Hoffnung Anlass geben. Doch allgemein ist eine Korrektur der naturzerstörerischen Landnutzung nicht in Sicht. Im Gegenteil: Bund und Länder arbeiten an einer Absenkung naturschutzrechtlicher Maßstäbe. Erfolge sind dabei bereits erreicht: vier Monate vor dem 30. Jahrestag der deutschen Einheit gelang mit der sog. Bundeskompensationsverordnung ein erster durchschlagender Coup.

 

Die Umweltverbände haben dies nicht bemerkt. Ihre Mitgliedetrzahl hat sich immerhin um das Vierfache erhöht. Unsere Restnatur rast hingegen mit zunehmend erhöhter Geschwindigkeit dem Abgrund entgegen. Wer will oder kann diesen Prozess noch stoppen? Die weltweiten Freitagsdemonstrationen der jüngerern Generation mögen ein Hoffnungsschimmer sein. Doch schaffen sie die Wende noch rechtzeitig?

 

Wissenschaftler sagen uns: "Ohne Wildbienen hätte die Menschheit vielleicht noch vier Jahre zu leben."   Bei uns besetzen Wildbienen nahezu ausnahmslos die vordersten Ränge der Roten Listen.  ( Daten z.T. entnommen aus: Wilhelm Breuer, :Nationalpark 3/2020)

 

 

 

NABU Elmshorn wirbt um neue Mitglieder

Seit dem 14.September 2020 sind unsere Mitarbeiter in Elmshorn und den Nachbargemeinden unterwegs, um neue Mitglieder für den Naturschutzbund zu werben.Unsere Mitarbeiter machen dabei Hausbesuche, weil wir dies für persönlicher halten.Leider kommt es manchmal vor, dass dann auch schon mal später am Abend geklingelt wird, weil unsere Mitarbeiter am Vor-oder Nachmittag niemanden angetroffen haben.Sie dürfen uns gern anrufen (04121-3815) bzw. eine Mail schreiben (info@nabu-elmshorn.de), wenn Sie zu unserer Werbeaktion Fragen haben.

 

Wir freuen uns auf jedes neue Mitglied, das unsere Arbeit im Naturschutz unterstützen möchte. Vielleicht haben Sie sogar Lust, auch aktiv bei uns mitzumachen.

NABU-Aktion "Schwalbenfreundliches Haus"

Auch in diesem Jahr meldet sich eine Familie, die Schwalben im oder am Haus duldet, beherbergt oder schützt. Dies wird vom NABU ausdrücklich unterstützt und mit einer symbolischen Aktion begleitet.

 

Dieses Jahr hat sich erneut eine Familie aus Seester gemeldet und erhält aus den Händen des Elmshorner NABU-Vorsitzenden Hans Helmut Dürnberg eine Urkunde und eine Plakette zum Anbringen am Haus.

 

Wir hoffen, dass noch weitere Aktionen dieser Art folgen können.

Wildbiene und Schmetterling sagen Tschüß

Warum muss bis zur Grabensohle gemäht werden? Es reicht doch bis zum Markierungspfahl.

Wertvoller Lebensraum bis zur Uferkante fällt dem Mähbalken des Gemeindearbeiters zum Opfer. Ob der wirklich weiß, was er damit kaputt macht ?

Krankhafte Ordnungswut zerstört alles restliche Leben in der Agrarwüste

So könnte es vielerorts aussehen - doch oft scheint  zuviel Natur offenbar zu stören.

 

 

Die Vernichtungsfeldzüge gegen unsere Natur - besonders gegen die Nahrungspflanzen der Wildbienen und Schmetterlinge - werden ungeachtet der Mahnungen des NABU unvermindert forgesetzt.

 

Nach wie vor werden Weg-und Straßenränder, Grabensäume und Ruderale zur Hauptblütezeit im Mai radikal umrasiert. Alles was blüht und höher wächst, wird auf Golfrasenhöhe herunter frisiert. Jedes Insekt, jeder Vogel, jedes Reptil, das dort vielleicht noch lebt, verliert seinen Lebensraum, seine Nahrung und oft auch sein Leben.

 

Und wozu das?

 

Verkehrssicherheit an vielbefahrenen Straßen mag man noch akzeptieren, doch dann reicht auch eine Schnittbreite bis zum Markierungspfahl und keineswegs bis zur Grabensohle.Und welche Sicherheitsaspekte gibt es bei einsamsten Feldwegsäumen,die sich ebenfalls immer häufiger glatt gebürstet präsentieren?

 

Die Vermutung mag nahe liegen, dass hier tiefer liegende psychische Gründe im Spiel sind. Gründe, die in unserem traditionell  deutschem Ordnungssystem verwurzelt sein mögen.Die im Menschen wohnende Urangst vor zuviel Natur mag eine Rolle spielen. Die Sucht, alles  ordnen und regulieren zu wollen und die Übersicht zu behalten. Doch die Ordnung, die in Wohnung und Werkstatt sinnvoll ist, wirkt absolut zerstörerisch in der Natur. Denn diese hat nun einmal völlig andere Ordnungskriterien und  hat seit Jahrmilionen enorme Erfolge damit erzielt.

 

Bereits mehrfach wandte sich der NABU Elmshorn in Sachen Wegrandmahd  an den Umweltminister der Landesregierung . Zuletzt mit der Bitte, konsequente und rigorose Anweisungen an die Straßenbauämter, Städte und Gemeinden zu geben und eine schonende Bewirtschaftung der für unsere Natur so wichtigen Verbundelemente an Straßen und Wegen zu erlassen..Leider hat sich der Umweltminister auf "Hinweise" beschränkt, deren Wirkung - wie wir sehen - gleich Null ist.

 

Insofern macht sich auch der UmweltministerJan Phillip Albrecht mitschuldig am rasant zunehmenden Artensterben in unserer Landschaft und setzt sich damit in ein Boot mit der rücksichtslosen und zerstörerischen Agrarindustrie und den zahlreichen privaten Rasenbesitzern, die mit akribischer Intensität allwöchentlich der aufkommenden Restnatur im Garten mit Gestank und Geknatter ein rasches Ende setzen.

 

Alles in Ordnung oder doch eher Symptome einer kranken Gesellschaft ?, 

 

 

 

Die Turteltaube - Vogel des Jahres 2020

Viermal jährlich schreibt der NABU Elmshorn kurze Beiträge zu aktuellen Themen in der Zeitschrift "Haus und Grund", die regelmäßig inn Elmshorn erscheint.

Wer schießt ein Uhuweibchen auf dem Nest tot?

Aktueller Stand vom 15.07.2020:

 

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingestellt, da es nicht gelungen ist, einen Täter zu ermitteln.Ähnlich äußerte sich die Umweltpolizei Elmshorn.

 

Natürlich ist es sehr schwer, in derartigen Fällen eine gerichtsfeste Beweislage zu erbringen.Umso wichtiger ist es für uns und alle aufmerksamen Bürger, die Augen in der Feldmark noch aufmerksamer zu öffnen und Verdachtsfälle umgehend zu melden.

 

Aktueller Sachstand vom 06.07.2020:

 

  • Anzeige an Staatsanwaltschaft Itzehoe am 11.05.2020.
  • Erinnerungsschreiben am 14.06.2020, da keine Reaktion der Behörde
  • Übermittlung eines Aktenzeichens am 16.06.2020
  • die Umweltpolizei Elmshorn nimmt Ermittlungen auf am 17.06.2020

 

Bis zum heutigen Tag liegen uns keine Ermittlungsergebnisse vor.

 

 

 

Das Uhuweibchen hatte den vorjährigen Horst eines Mäusebussards bezogen und saß auf vier Eiern.

 

Der Schuss traf es schräg von der Seite aus den nahen Hochsitz der örtlichen Jägerschaft Osterhorn.

 

Der Uhu gehört zu den streng geschützen Vogelarten in Schleswig-Holstein und in der Bundesrepublik.

Eine schlimme Entdeckung mussten wir kürzlich in einem unserer Feldgehölze in der Osterhorner Hörnerauniederung machen: bewegungslos saß ein Uhuweibchen auf einem Nest in etwa 10 m Höhe.Am nächsten Tag konnten wir mit Hilfe eines Mitarbeiters des Landesverbandes Eulenschutz das tote Uhuweibchen bergen. Es saß auf vier Eiern.Da in derartigen Fällen immer Vergiftungsverdacht besteht, wurde der Kadaver zur Tierärztlichen Hochschule nach Hannover geschickt.Die sehr engagierten Mitarbeiter im dortigen Institut fanden bei der Röntgenuntersuchung heraus, dass das rechte Flügelgelenk zersplittert war. Reste von Metallabriebteilchen waren iin der Wunde erkennbar.

 

Nach Meinung der untersuchenden Wissenschaftler ist der Uhu auf seinem Nest erschossen worden.Ein in etwa 25 m Entfernung stehender Hochsitz könnte aus seiner erhöhten Position auch den seitlichen Eintrittswinkel in das Schultergelenk des Vogels nachvollziehbar machen.

 

Wir vom NABU haben umgehend Strrafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe gestellt.Wir sehen mit großer Sorge. dass neben Geflügel-und Taubenzüchtern mafiöse Strukturen in der Jägerschaft, die  seit Jahren mit Schwerpunkt in Dithmarschen, aber auch darüber hinaus im gesamten Land, ihr kriminelles Treiben mit ähnlichen Aktionen immer wieder offenkundig machen. Dabei dürften die gefundenen Opfer wohl nur die Spitze des Eisberges sein, denn gerade in diesen Wochen nmehren sich im Lande erneut Berichte über unerklärliche Brutaufgaben und Verschwinden von Brutvögeln.

 

Wir vom NABU werden daher unsere Kontrollen in der Feldmark verstärken und ausweiten und Verstöße unnachsichtig verfolgen.Wir bitten zudem unserer Mitbürger, mit offenen Augen durch die Natur zu gehen und in Verdachtsfällen uns von NABU oder die Umweltpolizei sofort zu benachrichtigen.

Energieunternehmen Tennet und S-H Netz helfen beim Artenschutz

Zum wiederholten Mal helfen uns die Energieversorger Tennet und S-H Netz beim Anbringen von Turmfalkennisthilfen an den Masten der großen Überlandleitungen.Mittlerweile konnten mit Hilfe der engagierten Mitarbeiter über 40 Nisthilfen für den kleinen Greifvogel und eifrigen Mäusejäger im Kreis Pinneberg und Kreis Steinburg angebracht werden.Mit großem Erfolg: die umgebauten Plastekanister oder Holzbetonkästen werden meist umgehend von den Turmfalken bezogen.In mäusereichen Jahren werden oft fünf, sechs oder gar sieben junge Falken darin flügge.

Ausfall unserer Jahresversammlung am 27.März

Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus sollen alle nicht unbedingt notwendigen menschlichen Kontaktebenen weitgehend eingeschränkt werden.Daher muss leider auch unsere JHV abgesagt werden.Die zur Wahl stehenden Vorstandsposten bleiben aus diesem Grund vorerst bestehen.Die Kasse ist bereits geprüft worden. Beanstandungen hat es keine gegeben. Der angekündigte Jahresbericht mit den Schwerpunkten unserer Arbeit aus 2019 folgt auf dieser Seite in Kurzform.Der Vortrag über die Anlage von Wildblumenwiesen erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Wir bedauern das alles sehr, müssen uns den Gegebenheiten aber beugen.

Unsere Arbeitsschwerpunkte in 2019:

Unser Kampf gegen die überflüssige und hochgradig umweltschädliche A20 dauert schon Jahre.Die geplante Trasse führt mitten durch die Hörnerauniederung. Diese ist nicht nur ein Projektraum des NABU für Wiesenvogelschutz, sondern traditioneller Überwinterungsplatz für den weltweit hochgradig gefährdeten Zwergschwan, der in den Tundren Sibiriens brütet.

Als aktiver Naturschutzverband sind Einsätze in der Natur unser bevorzugtes Betätigungsfeld. Der Einsatz gegen den Neophyten "Amerikanische Kirsche"(Prunus serotina) hat uns auch 2019 intensiv beschäftigt und ist nur mit Intensität und Ausdauer zu gewinnen.Doch unser jahrelanger Einsatz zeigt deutliche Erfolge.

Die Pflege unserer zahlreichen Obstgehölze nimmt viel Zeit in Anspruch. Unser Lohn ist dafür leckeres Obst zur Erntezeit.

Etwa 565 Wildbienenarten sollen in Deutschland vorkommen.Davon ca. 300 Arten in Schleswig-Holstein.Sie erfüllen unersetzliche Aufgaben bei der Bestäubung von Wild-und Kulturpflanzen, sind aber vor allem angewiesen auf das Vorkommen einer reichhaltigen Pflanzenwelt.Diese existiert bei uns jedoch kaum noch.Wir können helfen, indem wir unsere naturfernen Rasenflächen zu Wildblumenwiesen umgestalten.Nachhaltigen Erfolg wird es aber eher geben durch die Umstellung der Landwirtschaft auf ökologischen Landbau ohne Gift, Gülle und Massentierhaltung.

2019 war ein Mäusejahr. Auch die vom Aussterben bedrohte Sumpfohreule hat bei uns in der Hörnerauniederung gebrütet. Es wurde jedoch viel zu früh gemäht und die Brut der seltenen Eulenart ging verloren.Unsere Grünlandpächter haben daher neue Verträge bekommen, die eine Mahd mit dem todbringenden Kreiselmäher grundsätzlich untersagen.Auf den kahl gemähten Wiesenflächen ist alles Leben für Monate ausgelöscht. Wir drängen deshalb auf eine extensive und weitgehend natürliche Form der Beweidung für unsere Grünlandflächen.

Windenergieboom und kein Ende?

Das ist der Preis, den unsere Mitgeschöpfe für den umgehemmten Ausbau von Windkraftanlagen bei uns zahlen müssen.Die Gefährdung besteht an 365 Tagen und Nächten im Jahr und dürfte in absehbarer Zeit den Ausrottungsprozess für viele Arten massiv beschleunigen.

Sollen wir dies als Landschaft der Zukunft hinnehmen?

Bisher ja - denn sie ist bereits Realität.

Um es vorneweg zu betonen: wir vom NABU Elmshorns sind absolute Fans von erneuerbaren Energien.

 

Doch der bisherige und geplante Ausbau der Windkraftanlagen treibt uns immer mehr Sorgenfalten auf die Stirn.

 

Die Fakten:

 

  • Bisher über 30.000 WKA auf Land in der BRD. Dazu über 1.200 Anlagen auf See.Sie produzieren fleißig Strom, der allerdings z.T. gar nicht genutzt wird, den wir als Verbraucher jedoch mit steigenden Stromkosten subventionieren müssen.

 

Doch ist dieser Strom umweltftreundlich?

 

Dies müssen wir entgegen vielfacher Verlautbarungen entschieden und deutlich in Frage stellen.

 

Warum?

 

Wir vom NABU sind zwar stark in der Klimaschutzbewegung engagiert, doch unser vorrangiger Schwerpunkt ist eindeutig der Arten- und Landschaftsschutz. Und wir fragen uns, ob der Preis, der von  Natur und Landschaft für die bisher forcierte Art von Klimaschutz bezahlt werden soll, von uns so achselzuckend akzeptiert werden kann.

 

Denn dieser Preis bedeutet:

 

  • über 12.000 Großvögel wie Adler, Milane, Weihen, Störche, Schwäne verenden alljährlich elendlich an den Rotorblättern der WKA - beim derzeitigen Ausbaustand.
  • über 200.000  durch Barotrauma getötete Fledermäuse jedes Jahr.
  • eine zahlenmäßig kaum zu schätzende Zahl getöteter Insekten durch die Rotorblätter der WKA.

 

Dazu:

 

Die überaus groß dimensionierten WKA (Repowering) stellen erhebliche Eingriffe ins Landschaftsbild dar. Eine gigantische und brutale Verwüstung ganzer Landstriche und eine Industrialisierung von Horzizonten - so sehen es neben uns auch immer mehr besorgte und entsetzte Mitbürger.

 

Bei einer geplanten 100igen Versorgung mit Erneuerbaren würden etwa 200.000 WKA unsere Republik bestücken müssen.Flächen von Naturschutzgebieten, Nationalparken und malerischen Bergkuppen wohl eingeschlossen.

 

Noch Platz oder Ziele für den Naturschutz?

 

Um ein derart bedrückendes Szenario nicht Realität werden zu lassen, unsere Forderungen:

 

  • endlich Ernst machen bei der Nutzung der enormen Energieeinsparpotentiale in nahezu allen unseren Lebensbereichen.Mit entsprechenden Techniken sind hier bis zu 30% Einsparungen zu erzielen - ohne spürbaren Komfortverlust.

 

  • Konsequente Förderung der Solartechnik. Auf jedes geeignete Dach - besonders in Gewerbe-und Industriegebieten -gehören Solarmodule. Entsprechender gesetzlicher Druck und großzügige Förderung dürften zusammen mit moderner Speichertechnik enorme Potentiale freilegen. Die großflächige Inanspruchnahme von Freiflächen für Solarmodule ist keine nachhaltige Lösung.

 

  • Rückbau der umweltschädlichen Rotorentechnik bei WKA und verstärkte Förderung der Turbinentechnik. Hier drehen sich mäßig große Schaufeln um eine vertikale Achse. Kaum eine Gefahr für Vögel, Fledermäuse und Insekten und installierbar auf jedes Hausdach und - größer dimensioniert - auch in Gewerbe-und Industriegebieten.

 

Alle drei Alternativen fördern eine dezentralisierte Form der Energieversorgung, unterstützen das lokale Handwerk und machen unabhängiger von großen Energieversorgern.

 

Klar ist: wir dürfen und können nicht mehr so weiter machen wie bisher. Wir als NABU müssen darauf achten, dass die neuen Wege unsere Mitgeschöpfe und Lebensräume mit Rücksicht behandeln und nicht zerstören.

 

 

 

 

Abertausende von Vögeln, Fledermäusen und Insekten werden alljährlich zu Opfern der bisher installierten Rotorentechnik bei Windkraftanlagen.Ein Preis, den ein Naturschutzverband wie der NABU niemals akzeptieren darf.

NABU im Elmshorn Magazin

NABU-Gespräch mit MdB Ingrid Nestle

Über 12.000 Vögel fallen neben etwa 200.000 Fledermäusen alljährlich den Windkraftanlagen zum Opfer. Sie werden oft regelrecht "geschreddert". Der NABU will diesen Preis nicht bezahlen.

Der Energietransport über Freileitungen beeinträchtigt massiv das Landschaftsbild und birgt erhebliche Gefahren für anfliegende Vogelschwärme. Die konsequente Erdverkabelung ist die bei weitem bessere Alternative.

Massiven Ausbau der Windkraftanlagen mit Flügeltechnik fordern die GRÜNEN. Der NABU sieht in der "Verspargelung" der Landschaft enorme und zusätzliche Gefahren für den Artenschutz. Diese Form der Windenergienutzung ist keineswegs umweltfreundlich.

Am Donnerstag, d. 08.08.2019 sind wir zu einem Gespräch mit der GRÜNEN-Abgeordneten Ingrid Nestle in der Geschäftsstelle in Elmshorn eingeladen.

 

Aus der Vielzahl möglicher Themen wollen wir uns auf die Energiewende (insbes. WKA) und die A20 beschränken.

 

Ergebnis:

 

Bisher stehen gut 30.000 WKA in Deutschland. Wir tragen angesichts von über 12.000 alljährlich getöteten Vögeln (Adler, Störche, Milane, Weihen usw.) und 200.000 Fledermäusen unsere massiven Bedenken gegen die nach unserer Ansicht keineswegs umweltfreundliche Flügeltechnik der Anlagen vor. Der ohnehin immer dramatischer sich darstellende Artenschwund wird durch diese Technik noch intensiver beschleunigt. Andere Techniken wie  Windturbinen und auch die Solartechnik seien wesentlich umweltfreundlicher und daher verstärkt weiterzuentwickeln und zu nutzen. Auch das Landschaftsbild wird zunehmend dominiert und belastet durch die regional gehäufte Errichtung von WKA, die zusätzlich zu den vielen Freileitungen häufig ein Bild der industrialisierten Horizonte vermitteln.

 

Frau Nestle sieht in den enormen Artenverlusten durch die WKA keine Bedrohung und spricht von "individualisierten" Einbußen der einzelnen Populationen. Sie fordert eindringlich den weiteren Ausbau der Windindustrie auf der Basis der Flügeltechnik und verneint alle Ansätze alternativer Techniken als "nicht effektiv" und "technisch unausgereift". Auch das Landschaftsbild empfindet sie keineswegs als beeinträchtigt.

 

Die vom NABU geforderte Erdverkabelung von Freileitungen zur Verminderung des Tötungsrisikos anfliegender Vogelschwärme wird von ihr ebenfalls verworfen. Den NABU- Hinweis auf die umweltfreundliche und preisgünstige Technik der Verlegung weist sie ebenfalls zurück.

 

Mehr Übereinstimmung gibt es bei der Ablehnung der A20 durch Schleswig- Holstein, die von beiden Seiten als ökonomisch unsinnig und überflüssig und als ökologisch ungemein schädlich beurteilt wird. Gerade auch angesichts der immer drängender sich darstellenden Klimasituation muss Schluss sein mit Gigantomanie und ausuferndem Wachstumswahn im bundesdeutschen Straßenbau.

 

Fazit: Deutliche Diskrepanz bei der Einschätzung umweltfreundlicher Wege zur Energiewende. Landschaftsästhetik und Artenschutz nehmen auch bei den GRÜNEN keinen hohen Stellenwert ein.

 

Gemeinsame Skepsis gegen ausufernden Straßenbau insbesondere bezüglich der A 20.

 

 

Unsere Aktion: Schwalbenfreundliches Haus"

Familie Schmalfeld aus Seester bei Elmshorn erhält eine Urkunde sowie eine Plakette aus der Hand von NABU-Vorstandsmitglied Claudia Wieman.

 

Ein Rauchschwalbenpaar hat sich ausgerechnet die Gardinenstange über dem Wohnzimmerfenster der Familie Schmalfeld ausgesucht, um dort sein Nest zu bauen. Derzeit werden fünf junge Schwalben gefüttert.

 

Der NABU freut sich über die großartige Toleranz der Familie Schmalfeld und möchte dies mit der Auszeichnung als "Schwalbenfreundliches Haus" honorieren. Als ein schönes Beispiel für die friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Schwalbe auf engstem Raum.

Erfolg für den Weißstorch

Vor gut neun Jahren erhielten wir einen Anruf von der Familie Meyn aus Auufer an der Stör im Kreis Steinburg. "Wir würden so gern den Storch wieder bei uns ansiedeln. Könnt ihr uns helfen?"

 

Mit Hilfe des Energieunternehmens EON in Quickborn, das zu der Zeit noch einen Fonds für Artenschutz bereit gestellt hatte, wurde auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Meyn dann ein komfortabler Mast mit Storchennest fachgerecht aufgebaut.

 

Nachdem sich in den Folgejahren immer wieder Störche für das Nest zu interessieren schienen, kam es dann endlich in diesem Frühjahr 2019 zur ersten erfolgreichen Ansiedlung eines Paares. Gleich drei Jungvögel sitzen derzeit auf dem Nest und werden aufmerksam von den Eltern bewacht.

 

Unser Fotograf Claus Dammann konnte den erfreulichen Vorgang auch im Bild dokumentieren.

 

Drei junge Störche sitzen mit einem Elternvogel auf dem Nest in Auufer an der Stör

Vor neun Jahren haben wir mit Hilfe der EON einen Mast mit Nest auf dem Hof der Familie Meyn in Auufer aufgestellt.

 

Jetzt ist endlich eine Storchenfamilie eingezogen.

Elmshorn- insektenfreundliche Stadt oder Ordnung, Ordnung über alles?

Kahlrasierte Wegränder im Mai: weder Schutz noch Nahrung für Rebhühner.Auch deshalb sind sie bei uns nahezu ausgerottet.
Kahlrasierte Wegränder im Mai: weder Schutz noch Nahrung für Rebhühner.Auch deshalb sind sie bei uns nahezu ausgerottet.

Insektensterben? Wildbienenschutz? Immer weniger Arten? Kaum noch Vögel im Garten?

Nach langjährigem Einsatz der Naturschutzverbände scheinen diese Fragen so langsam ins gesellschaftliche Bewusstsein gerückt zu sein.

 

Für uns Naturschützer immerhin ein bisschen Trost. Doch werden die eigentlich notwendigen Konsequenzen aus diesen Signalen bei uns auch in nachhaltiges, naturschonendes oder gar Natur förderndes Handeln umgesetzt?

 

Leider nein - stellen vor allem diejenigen von uns fest, die mit offenen Augen und Ohren nach draußen gehen. So knattern und stinken wie bisher bereits Anfang Mai wieder allerorts die Motormäher und köpfen Gräser, Kräuter und Blumen auf Ameisenschenkellänge. Verwelkt liegen Purpurnessel, Gänseblümchen, Veilchen oder Flockenblume am Wegesrand. Hungerzeit und Tod für Wildbienen, Schmetterlinge, Frösche und Eidechsen, die an Wegrainen letzte Zuflucht gefunden hatten. Ganz schlimm z.B. in der Gemeinde Horst im Norden von Elmshorn: nicht nur Wegränder werden  bereits Mitte Mai von jeglichem Leben befreit, sondern auch breite Säume an Feldwegen. Dort, wo weder Traktor noch Fahrrad jemals hinfahren. Frei nach dem Motto: Alles muss "schier" sein - bloß nicht zu viel Natur!"

Gedankenlosigkeit und fehlende Rücksicht auf unsere Natur offenbar als Grundkonsens für die Alltagspraxis. 

 

Dabei ist Horst leider keine Ausnahme: auch die Stadtgärtner Elmshorns haben nichts gelernt aus entsprechenden Informationen und gesellschaftlicher Diskussion über die fatale Lage unserer Natur vor Ort. Gleiches gilt aber auch für die immer noch zahlreichen Anhänger der Golfrasenkultur in den Hausgärten. Auch an ihnen geht das Artensterben offenbar spurlos vorbei.

 

Was hilft? -  Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her. Die Politik hat auf diesem Feld bisher weitgehend versagt. Sie muss endlich gezwungen werden, ihre sonntäglichen Sprechblasen in umwelttaugliches Handeln umzusetzen. Die Artenschutzinitiative in Bayern ist ein hoffnungsvolles Signal.  Und auch Rathauschefs müssen sich endlich einmal gegen die gedankenlose Routine ihrer Gartenabteilung durchsetzen.

 

Und wir? - Mut machen uns vermehrte Anfragen von Bürgern: "Wie lege ich eine Blumenwiese an?" Aber auch die Aktivitäten des kreisweit aktiven "Bündnisses für Natur" zeigen uns den richtigen Weg.

 

Doch reicht das für eine nachhaltige Wende? 

 

 

 

Blühende Wegränder sind heute oftmals die letzte Zufluchtsstätten für unsere Schmetterlinge.




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