Schwalbenfreundliches Haus

Aus der Hand von Kerstin Mayer und Edda Hadenfeld vom NABU Elmshorn erhält Dave Kolboom aus Hohenfelde Urkunde und Plakette zum "Schwalbenfreundlichen Haus"
Aus der Hand von Kerstin Mayer und Edda Hadenfeld vom NABU Elmshorn erhält Dave Kolboom aus Hohenfelde Urkunde und Plakette zum "Schwalbenfreundlichen Haus"

Später als normal sind sie in diesem Jahr gekommen: unsere Schwalben- die Boten des Sommers.Der kalte April hatte ihre Ankunft merklich verzögert. Doch nun sind sie zurück. Meist sind es geräumige Ställe oder Scheunen, in denen die Rauchschwalbe gerne ihre Nester an die Decke baut. Am liebsten mag sie es, wenn Kühe, Schweine oder Pferde ihre Mitbewohner sind, denn diese "machen Mist" und darin leben viele Insekten, die wiederum als lebenswichtige Nahrung für die immer hungrigen Schwalben dienen.

 

Schwalben sind Zugvögel. Sie überwintern im südlichen Afrika, kehren im April zu uns zurück und ziehen Mitte September wieder ab. Wenn sie erfolgreich waren, haben sie zwei Bruten mit insgesamt vielleicht acht bis zehn Jungen durchgebracht. Das mag sich viel anhören, doch leider geht auch der Bestand an Schwalben bei uns stetig zurück. Die industriell betriebene Landwirtschaft lässt kaum noch Blütenpflanzen aufkommen, die Voraussetzung für die Existenz von Wildbienen und anderen Insektenarten sind. Auch der Golfrasenkult vieler Gartenbesitzer trägt seinen Beitrag zum Verschwinden von Biene und Schmetterling bei. Doch von diesen leben wiederum die Schwalben.Daher kommt es bei ungünstiger Witterung im Sommer häufig dazu, dass diese keinen Bruterfolg haben, da nicht genug Nahrung zur Verfügung steht. In einigen Fällen kommt es auch dazu, dass Hausbesitzer ansiedlungsfreudige Schwalben vertreiben, weil ihre natürlichen Hinterlassenschaften als störend empfunden werden.

 

Umso mehr freut es den NABU, wenn - wie im Normalfall - die Ansiedlung von Schwalben im und am Gebäude begrüßt oder zumindest hingenommen wird. Auf Wunsch erhalten Schwalbenfreunde dann eine Auszeichnung des Naturschutzbundes in Form einer Urkunde und einer Informations-Plakette für die Hauswand. So auch kürzlich in der Gemeinde Hohenfelde, wo der Hausbesitzer Dave Kolboom eine derartige Auszeichnung erhalten hat. Herr Kolboom ist stolzer Besitzer einer kleinen Kolonie von Mehlschwalben, die unter dem Dachvorsprung seines Wohnhauses einen geeigneten Brutplatz gefunden hat und von ihm sorgfältig überwacht und geschützt wird.

 

Der NABU ist auf Wunsch gern bereit,auch weiteren Schwalbenfreunden eine solche Auszeichnung zukommen zu lassen. Hinweise und Anregungen gibt es unter www. nabu-brandenburg.de. 

Naturschutzgebiete - Tummelplatz für die Freizeitindustrie?

Der NABU Elmshorn betreut im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein das Naturschutzgebiet "Eschschallen" zwischen Krückau- und Pinnaumündung. Dieses 306 ha große Gebiet stellt zusammen mit den benachbarten Schutzgebieten Pagensand, Haseldorfer Binnenelbe und der Glückstädter Rhinplate einen letzten Rückzugsraum für heimische Tier-und Pflanzenarten dar, die in unseren ausgeräumten und industrialisierten Landschaften sonst kaum noch Platz  finden. Hier können Pflanzenarten wie Elbschmiele, Wasserschierling und Sumpfdotterblume, aber auch seltene Vogelarten wie Seeadler, Rohrweihe oder Bartmeise noch leben.

 

Leider sind der gesetzliche Schutzanspruch,der notwendige Respekt und entsprechende Rücksicht noch nicht bei allen Bevölkerungsgruppen angekommen. Die seit Sommer 2020 erfolgte verstärkte Kontrolle durch unser Beobachterteam hat erschreckende Defizite zu Tage gebracht: Touristenflüge und Kunstflugkapriolen, Reusenfischerei, Mofafahrer und vor allem rasende Jet-Skis und Motorboote - alles in Schutzgebietsgewässern, direkt am oder im Schutzgebiet oder im Luftraum direkt über Brutplätzen des Seeadlers!

 

Seitdem muss der NABU Elmshorn erhebliche Anstrengungen unternehmen, um die Störungen abzuwehren oder zumindest einzudämmen.Dazu sind Kontakte aufgenommen worden mit der Flugaufsicht des Landes und der Fischereiaufsicht in Büsum. Erste Gegenmaßnahmen wurden vereinbart. Schwierig dürfte es werden bei der Eindämmung der Raserei auf der Binnenelbe, die immer noch als Bundeswasserstraße ausgewiesen ist und das Befahren mit Motorbooten und Jet-Skis erlaubt.

 

Der NABU hat daher die für den Kreis Pinneberg zuständigen Bundestagsabgeordneten um Hilfe gebeten und die Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg, das Umweltministerium und die zuständigen Landtagsabgeordneten informiert.

 

Bisher haben Ernst-Dieter Rossman von der SPD und Michael v. Abercron von der CDU erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet bzw. Ortstermine vereinbart.

 

Wir freuen uns über die Hilfen der Politik und zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung.  Uns ist aber trotzdem bewusst, dass es noch manches dicke Brett zu bohren gilt, um die zahlreichen Störungen zukünftig im Rahmen zu halten. 

 

 

 

 

 

Bilanz nach 40 Jahren: 1700 Einsätze für die Natur

Pflanzen neuer Feldgehölze oder von Auwaldsäumen an der Krückau und ihren Nebenbächen ist einer unserer Schwerpunkte bei unseren Einsätzen in der Natur

Der NABU Elmshorn ist ein aktiver Verband.Die Einsätze in unseren Projekträumen, Betreuungsflächen und Schutzgebieten  haben bei uns einen hohen Stellenwert: 1700 mal ausrücken mit Spaten, Forke, Leiter, Schere, Hammer oder Säge. Gehölze und Hecken pflanzen, Moore wiederbeleben, Fließgewässer renaturieren, Neophyten bekämpfen, Obstbäume pflegen, Weiher und Tümpel anlegen und vieles, vieles mehr...

 

Anlässlich dieser erfreulichen Bilanz darf eine kritische Rückschau jedoch nicht fehlen: den dramatischen Rückgang vieler Tier- und Pflanzenarten in unserer Region haben wir nur punktuell abbremsen können. Für eine erfolgreiche Regeneration bräuchte unsere Natur vor allem mehr Raum. Daran müssen wir täglich arbeiten.

 

Das soll den uneigennützigen und engagierten Einsatz unserer zahlreichen ehrenamtlichen, aber auch amtlichen Helfer in all den Jahren nicht schmälern.Doch wir müssen erkennen, dass zur Rettung von Klima und Artenvielfalt auch noch weitere Stellschrauben bewegt werden müssen, um dem beispielhaften ehrenamtlichen Engagement unserer NABU-Aktiven eine noch bessere Resonanz bescheren zu können.

Unsere Stellungnahme zur Windkraftplanung Uetersen

Den zunehmenden Gigantismus bei der Errichtung von Windkraftanlagen sehen wir mit großer Skepsis

Vor allem die enormen Verluste an Vögeln, Fledermäusen und Insekten, die durch die Flügeltechnik hervorgerufen werden, machen uns große Sorgen.

 

Die Stellungnahme des NABU Elmshorn ist mit Datum vom 17. 01.2021 an die Stadt Uetersen gegangen.

 

Hunderttausende von Vögeln und Fledermäusen fallen den Rotorblättern jährlich zum Opfer
Hunderttausende von Vögeln und Fledermäusen fallen den Rotorblättern jährlich zum Opfer

Ein Beschluss für die Natur in Elmshorn

Der NABU Elmshorn begrüßt eindeutig die Entscheidung der Elmshorner Politik, das Brückenwerk zu erhalten. Es stellt in dem fast 3 km langen und nicht mehr genutztem alten Bahndamm ein ökologisch wichtiges Verbundelement dar.

 

Aufgrund der enormen athmosphärischen Nährstoffeinträge hat sich die Vegetation dort allerdings zum Negativen verändert.Will man dies ändern, sind wirksame Eingriffe nötig, um den früher hier so reichlich vorkommenden Wildblumen und Insekten wieder eine Chance zu geben.

 

Der Tunnel wurde vor gut 100 Jahren für den schnell fahrenden Eisenbahnverkehr gebaut.Er hat die Zeit ohne große Schäden überstanden.Ob jetzt Steuergelder in sechsstelliger Höhe für Reparaturen erforderlich sein sollen, darf daher gern in Frage gestellt werden.

Willkommene Geschenke für unsere Natur

Auf unseren Flächen im Krückautal und im Winselmoor hat die Firma Ewers aus Osterhorn neue Weiher angelegt                           .Die Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg hat uns erneut geholfen und die Finanzierung gesichert. Wir hoffen jetzt auf Regen, damit Moor-, Gras-und Wasserfrosch im kommenden Frühjahr erfolgreich für Nachwuchs sorgen können.

Artikel aus "Haus und Grund" v. Dez. 2020

Wasserralle im Glück.

Die Wasserralle (Rallus acuaticus) ist bei uns fast verschwunden.Ihr natürlicher Lebensraum -. feuchte Schilfbereiche - existiert nur noch im NSG Eschschallen, zwischen Krückau-und Pinnaumündung.

Auf ihrem Weg nach Süden kollidierte eine Ralle kürzlich mit den Glasscheiben eines Wedeler Gewerbegebäudes.Schwere Stauchungen der Wirbelsäule machten den Vogel fast bewegungsunfähig.Dank der fachkundigen und einfühlsamen Therapie der Tierärztin Ines Koopmann und der liebevollen Pflege unserer "Vogeldoktorin" Kirstin Zoller erholte sich die kleine Ralle rasch und agierte bald putzmunter in ihrem Käfig umher.

 Wir konnten sie dann in ihrem natürlichen Lebensraum an der Krückaumündung wieder in die Freiheit entlassen, wo sie rasch in der Deckung verschwand.

Wir wünschen ihr natürlich weiterhin gute Genesung und viel Glück im Rallendasein.

Unser Horst geht in NABU-Rente

 

Über 25 Jahre hat uns Horst tatkräftig, mit viel Ausdauer und Geduld und beispielhaftem Engagement bei Arbeiten in unseren Projekträumen unterstützt. Ob bei Hitze, bei Regen oder Frost - auf Horst war stets Verlass, wenn es darum ging, Bäume und Sträucher zu pflanzen, Moore wieder zu beleben oder Obstbäume zu pflegen. Nun hat er bei uns seine "Rente eingereicht". Wir haben natürlich volles Verständnis dafür, sind aber auch ein bisschen traurig, denn Horst gehörte einfach zum "Inventar" bei  den Arbeitseinsätzen am Wochenende. Wir wünschen Horst von Herzen, dass er seinen Ruhestand noch lange genießen kann. Er ist immer gern gesehen, wenn es ihn überkommt, am Sonnabendnachmittag bei unseren Einsätzen nach dem Rechten zu sehen.

 

Horst bekommt einen Präsentkorb aus den Händen des Vorstands.

 

Sein langjähriger und unermüdlicher Einsatz für den Naturschutz in und um Elmshorn ist allerdings unbezahlbar.

30 Jahre deutsche Einheit - und wie geht es unserer Natur?

Eine der großen Verliererinnen in unserer Vogelwelt: die Uferschnepfe.

Opfer von flächendeckender Entwässerung und industrieller Landwirtschaft.

Durch strengen Schutz konnte sich der Bestand des Kranichs deutlich erhöhen.

Wo gibt es noch blütenreiche Horizonte mit Schmetterlingsraupen? Auch sie sind Opfer übertriebener  Mäh-und Ordnungswut und der Agrarindustrie.


Ein Gewinner im vereinten Deutschland: der Seeadler.

Heute brüten über 700 Paare wieder in Deutschland.

Keine Zweifel - zum Tafelsilber der deutschen Einheit gehören in jedem Falle die fünf großen Nationalparke, die mit einem genialen Coup einer Handvoll engagierter Politakteure der DDR als dicker Pluspunkt zu gelten haben. Immerhin haben wir heute insgesamt 16 Nationalparke in der Bundesrepublik.

 

Aber sonst?

 

Der Wirtschaftsstandort Deutschland hat sich seit 1990 enorm geändert: die Siedlungs-und Verkehrsfläche wuchs um mehr als 20% auf 51.500 km2, das ist die vierfache Größe des Saarlandes.Täglich kommen 56 ha dazu.

 

Die deutsche Bevölkerung wuchs um 3 Millionen, in Ostdeutschland leben hingegen soviele Menschen wie 1905.

 

Das Autobahnnetz wuchs um 20% auf 13.000 km, davon 40% als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit.Die Zahl der PKW nahm um 36, die der LKW um 42% zu.

 

Im selben Zeitraum wuchsen 31.500 Windkraftanlagen in den deutschen Himmel. Nach Ansicht der Windkraftlobby, der Grünen und weiterer Politiker noch lange nicht genug.

 

Die Grünlandflächen verringerten sich um 12%. Was blieb sind überwiegend öde und ökologisch wertlose Grasäcker. Maisflächen wuchsen um 65%, etwa die doppelte Fläche der terrestrischen Naturschutzgebiete Deutschlands.

 

Die Zahl der Bauernhöfe schrumpfte auf ein Drittel. Die durchschnittliche Betriebsfläche vergrößerte sich auf über 60 ha. Zwei Drittel der Naturschutzgebiete sind kleiner. Ökologisch bewirtschaftet werden weniger als 10%.

 

Heute brüten bei uns 14 Millionen Vögel weniger als 1990. Das Insektensterben war bereits damals in vollem Gange. Mediale Aufmerksamkeit erfährt es erst heute.

 

Vorläufiges Fazit: erfreulich die insgesamt 16 Nationalparke in unserem Lande. Davon ein Großteil in den neuen Bundesländern.Der für 2038 terminierte Stopp des Braunkohleabbaus mag ebenfalls zu Hoffnung Anlass geben. Doch allgemein ist eine Korrektur der naturzerstörerischen Landnutzung nicht in Sicht. Im Gegenteil: Bund und Länder arbeiten an einer Absenkung naturschutzrechtlicher Maßstäbe. Erfolge sind dabei bereits erreicht: vier Monate vor dem 30. Jahrestag der deutschen Einheit gelang mit der sog. Bundeskompensationsverordnung ein erster durchschlagender Coup.

 

Die Umweltverbände haben dies nicht bemerkt. Ihre Mitgliedetrzahl hat sich immerhin um das Vierfache erhöht. Unsere Restnatur rast hingegen mit zunehmend erhöhter Geschwindigkeit dem Abgrund entgegen. Wer will oder kann diesen Prozess noch stoppen? Die weltweiten Freitagsdemonstrationen der jüngerern Generation mögen ein Hoffnungsschimmer sein. Doch schaffen sie die Wende noch rechtzeitig?

 

Wissenschaftler sagen uns: "Ohne Wildbienen hätte die Menschheit vielleicht noch vier Jahre zu leben."   Bei uns besetzen Wildbienen nahezu ausnahmslos die vordersten Ränge der Roten Listen.  ( Daten z.T. entnommen aus: Wilhelm Breuer: Nationalpark 3/2020)

 

 

 

NABU Elmshorn wirbt um neue Mitglieder

Seit dem 14.September 2020 sind unsere Mitarbeiter in Elmshorn und den Nachbargemeinden unterwegs, um neue Mitglieder für den Naturschutzbund zu werben.Unsere Mitarbeiter machen dabei Hausbesuche, weil wir dies für persönlicher halten.Leider kommt es manchmal vor, dass dann auch schon mal später am Abend geklingelt wird, weil unsere Mitarbeiter am Vor-oder Nachmittag niemanden angetroffen haben.Sie dürfen uns gern anrufen (04121-3815) bzw. eine Mail schreiben (info@nabu-elmshorn.de), wenn Sie zu unserer Werbeaktion Fragen haben.

 

Wir freuen uns auf jedes neue Mitglied, das unsere Arbeit im Naturschutz unterstützen möchte. Vielleicht haben Sie sogar Lust, auch aktiv bei uns mitzumachen.

NABU-Aktion "Schwalbenfreundliches Haus"

Auch in diesem Jahr meldet sich eine Familie, die Schwalben im oder am Haus duldet, beherbergt oder schützt. Dies wird vom NABU ausdrücklich unterstützt und mit einer symbolischen Aktion begleitet.

 

Dieses Jahr hat sich erneut eine Familie aus Seester gemeldet und erhält aus den Händen des Elmshorner NABU-Vorsitzenden Hans Helmut Dürnberg eine Urkunde und eine Plakette zum Anbringen am Haus.

 

Wir hoffen, dass noch weitere Aktionen dieser Art folgen können.

Wildbiene und Schmetterling sagen Tschüß

Warum muss bis zur Grabensohle gemäht werden? Es reicht doch bis zum Markierungspfahl.

Wertvoller Lebensraum bis zur Uferkante fällt dem Mähbalken des Gemeindearbeiters zum Opfer. Ob der wirklich weiß, was er damit kaputt macht ?

Krankhafte Ordnungswut zerstört alles restliche Leben in der Agrarwüste

So könnte es vielerorts aussehen - doch oft scheint  zuviel Natur offenbar zu stören.

 

 

Die Vernichtungsfeldzüge gegen unsere Natur - besonders gegen die Nahrungspflanzen der Wildbienen und Schmetterlinge - werden ungeachtet der Mahnungen des NABU unvermindert forgesetzt.

 

Nach wie vor werden Weg-und Straßenränder, Grabensäume und Ruderale zur Hauptblütezeit im Mai radikal umrasiert. Alles was blüht und höher wächst, wird auf Golfrasenhöhe herunter frisiert. Jedes Insekt, jeder Vogel, jedes Reptil, das dort vielleicht noch lebt, verliert seinen Lebensraum, seine Nahrung und oft auch sein Leben.

 

Und wozu das?

 

Verkehrssicherheit an vielbefahrenen Straßen mag man noch akzeptieren, doch dann reicht auch eine Schnittbreite bis zum Markierungspfahl und keineswegs bis zur Grabensohle.Und welche Sicherheitsaspekte gibt es bei einsamsten Feldwegsäumen,die sich ebenfalls immer häufiger glatt gebürstet präsentieren?

 

Die Vermutung mag nahe liegen, dass hier tiefer liegende psychische Gründe im Spiel sind. Gründe, die in unserem traditionell  deutschem Ordnungssystem verwurzelt sein mögen.Die im Menschen wohnende Urangst vor zuviel Natur mag eine Rolle spielen. Die Sucht, alles  ordnen und regulieren zu wollen und die Übersicht zu behalten. Doch die Ordnung, die in Wohnung und Werkstatt sinnvoll ist, wirkt absolut zerstörerisch in der Natur. Denn diese hat nun einmal völlig andere Ordnungskriterien und  hat seit Jahrmilionen enorme Erfolge damit erzielt.

 

Bereits mehrfach wandte sich der NABU Elmshorn in Sachen Wegrandmahd  an den Umweltminister der Landesregierung . Zuletzt mit der Bitte, konsequente und rigorose Anweisungen an die Straßenbauämter, Städte und Gemeinden zu geben und eine schonende Bewirtschaftung der für unsere Natur so wichtigen Verbundelemente an Straßen und Wegen zu erlassen..Leider hat sich der Umweltminister auf "Hinweise" beschränkt, deren Wirkung - wie wir sehen - gleich Null ist.

 

Insofern macht sich auch der UmweltministerJan Phillip Albrecht mitschuldig am rasant zunehmenden Artensterben in unserer Landschaft und setzt sich damit in ein Boot mit der rücksichtslosen und zerstörerischen Agrarindustrie und den zahlreichen privaten Rasenbesitzern, die mit akribischer Intensität allwöchentlich der aufkommenden Restnatur im Garten mit Gestank und Geknatter ein rasches Ende setzen.

 

Alles in Ordnung oder doch eher Symptome einer kranken Gesellschaft ?, 

 

 

 

Wer schießt ein Uhuweibchen auf dem Nest tot?

Aktueller Stand vom 15.07.2020:

 

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingestellt, da es nicht gelungen ist, einen Täter zu ermitteln.Ähnlich äußerte sich die Umweltpolizei Elmshorn.

 

Natürlich ist es sehr schwer, in derartigen Fällen eine gerichtsfeste Beweislage zu erbringen.Umso wichtiger ist es für uns und alle aufmerksamen Bürger, die Augen in der Feldmark noch aufmerksamer zu öffnen und Verdachtsfälle umgehend zu melden.

 

Aktueller Sachstand vom 06.07.2020:

 

  • Anzeige an Staatsanwaltschaft Itzehoe am 11.05.2020.
  • Erinnerungsschreiben am 14.06.2020, da keine Reaktion der Behörde
  • Übermittlung eines Aktenzeichens am 16.06.2020
  • die Umweltpolizei Elmshorn nimmt Ermittlungen auf am 17.06.2020

 

Bis zum heutigen Tag liegen uns keine Ermittlungsergebnisse vor.

 

 

 

Das Uhuweibchen hatte den vorjährigen Horst eines Mäusebussards bezogen und saß auf vier Eiern.

 

Der Schuss traf es schräg von der Seite aus den nahen Hochsitz der örtlichen Jägerschaft Osterhorn.

 

Der Uhu gehört zu den streng geschützen Vogelarten in Schleswig-Holstein und in der Bundesrepublik.

Eine schlimme Entdeckung mussten wir kürzlich in einem unserer Feldgehölze in der Osterhorner Hörnerauniederung machen: bewegungslos saß ein Uhuweibchen auf einem Nest in etwa 10 m Höhe.Am nächsten Tag konnten wir mit Hilfe eines Mitarbeiters des Landesverbandes Eulenschutz das tote Uhuweibchen bergen. Es saß auf vier Eiern.Da in derartigen Fällen immer Vergiftungsverdacht besteht, wurde der Kadaver zur Tierärztlichen Hochschule nach Hannover geschickt.Die sehr engagierten Mitarbeiter im dortigen Institut fanden bei der Röntgenuntersuchung heraus, dass das rechte Flügelgelenk zersplittert war. Reste von Metallabriebteilchen waren iin der Wunde erkennbar.

 

Nach Meinung der untersuchenden Wissenschaftler ist der Uhu auf seinem Nest erschossen worden.Ein in etwa 25 m Entfernung stehender Hochsitz könnte aus seiner erhöhten Position auch den seitlichen Eintrittswinkel in das Schultergelenk des Vogels nachvollziehbar machen.

 

Wir vom NABU haben umgehend Strrafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe gestellt.Wir sehen mit großer Sorge. dass neben Geflügel-und Taubenzüchtern mafiöse Strukturen in der Jägerschaft, die  seit Jahren mit Schwerpunkt in Dithmarschen, aber auch darüber hinaus im gesamten Land, ihr kriminelles Treiben mit ähnlichen Aktionen immer wieder offenkundig machen. Dabei dürften die gefundenen Opfer wohl nur die Spitze des Eisberges sein, denn gerade in diesen Wochen nmehren sich im Lande erneut Berichte über unerklärliche Brutaufgaben und Verschwinden von Brutvögeln.

 

Wir vom NABU werden daher unsere Kontrollen in der Feldmark verstärken und ausweiten und Verstöße unnachsichtig verfolgen.Wir bitten zudem unserer Mitbürger, mit offenen Augen durch die Natur zu gehen und in Verdachtsfällen uns von NABU oder die Umweltpolizei sofort zu benachrichtigen.

Energieunternehmen Tennet und S-H Netz helfen beim Artenschutz

Zum wiederholten Mal helfen uns die Energieversorger Tennet und S-H Netz beim Anbringen von Turmfalkennisthilfen an den Masten der großen Überlandleitungen.Mittlerweile konnten mit Hilfe der engagierten Mitarbeiter über 40 Nisthilfen für den kleinen Greifvogel und eifrigen Mäusejäger im Kreis Pinneberg und Kreis Steinburg angebracht werden.Mit großem Erfolg: die umgebauten Plastekanister oder Holzbetonkästen werden meist umgehend von den Turmfalken bezogen.In mäusereichen Jahren werden oft fünf, sechs oder gar sieben junge Falken darin flügge.

Ausfall unserer Jahresversammlung am 27.März

Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus sollen alle nicht unbedingt notwendigen menschlichen Kontaktebenen weitgehend eingeschränkt werden.Daher muss leider auch unsere JHV abgesagt werden.Die zur Wahl stehenden Vorstandsposten bleiben aus diesem Grund vorerst bestehen.Die Kasse ist bereits geprüft worden. Beanstandungen hat es keine gegeben. Der angekündigte Jahresbericht mit den Schwerpunkten unserer Arbeit aus 2019 folgt auf dieser Seite in Kurzform.Der Vortrag über die Anlage von Wildblumenwiesen erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Wir bedauern das alles sehr, müssen uns den Gegebenheiten aber beugen.

Unsere Arbeitsschwerpunkte in 2019:

Unser Kampf gegen die überflüssige und hochgradig umweltschädliche A20 dauert schon Jahre.Die geplante Trasse führt mitten durch die Hörnerauniederung. Diese ist nicht nur ein Projektraum des NABU für Wiesenvogelschutz, sondern traditioneller Überwinterungsplatz für den weltweit hochgradig gefährdeten Zwergschwan, der in den Tundren Sibiriens brütet.

Als aktiver Naturschutzverband sind Einsätze in der Natur unser bevorzugtes Betätigungsfeld. Der Einsatz gegen den Neophyten "Amerikanische Kirsche"(Prunus serotina) hat uns auch 2019 intensiv beschäftigt und ist nur mit Intensität und Ausdauer zu gewinnen.Doch unser jahrelanger Einsatz zeigt deutliche Erfolge.

 

Die Pflege unserer zahlreichen Obstgehölze nimmt viel Zeit in Anspruch. Unser Lohn ist dafür leckeres Obst zur Erntezeit.

Etwa 565 Wildbienenarten sollen in Deutschland vorkommen.Davon ca. 300 Arten in Schleswig-Holstein.Sie erfüllen unersetzliche Aufgaben bei der Bestäubung von Wild-und Kulturpflanzen, sind aber vor allem angewiesen auf das Vorkommen einer reichhaltigen Pflanzenwelt.Diese existiert bei uns jedoch kaum noch.Wir können helfen, indem wir unsere naturfernen Rasenflächen zu Wildblumenwiesen umgestalten.Nachhaltigen Erfolg wird es aber eher geben durch die Umstellung der Landwirtschaft auf ökologischen Landbau ohne Gift, Gülle und Massentierhaltung.

2019 war ein Mäusejahr. Auch die vom Aussterben bedrohte Sumpfohreule hat bei uns in der Hörnerauniederung gebrütet. Es wurde jedoch viel zu früh gemäht und die Brut der seltenen Eulenart ging verloren.Unsere Grünlandpächter haben daher neue Verträge bekommen, die eine Mahd mit dem todbringenden Kreiselmäher grundsätzlich untersagen.Auf den kahl gemähten Wiesenflächen ist alles Leben für Monate ausgelöscht. Wir drängen deshalb auf eine extensive und weitgehend natürliche Form der Beweidung für unsere Grünlandflächen.

Windenergieboom und kein Ende?

Das ist der Preis, den unsere Mitgeschöpfe für den umgehemmten Ausbau von Windkraftanlagen bei uns zahlen müssen.Die Gefährdung besteht an 365 Tagen und Nächten im Jahr und dürfte in absehbarer Zeit den Ausrottungsprozess für viele Arten massiv beschleunigen.

Sollen wir dies als Landschaft der Zukunft hinnehmen?

Bisher ja - denn sie ist bereits Realität.

Um es vorneweg zu betonen: wir vom NABU Elmshorns sind absolute Fans von erneuerbaren Energien.

 

Doch der bisherige und geplante Ausbau der Windkraftanlagen treibt uns immer mehr Sorgenfalten auf die Stirn.

 

Die Fakten:

 

  • Bisher über 30.000 WKA auf Land in der BRD. Dazu über 1.200 Anlagen auf See.Sie produzieren fleißig Strom, der allerdings z.T. gar nicht genutzt wird, den wir als Verbraucher jedoch mit steigenden Stromkosten subventionieren müssen.

 

Doch ist dieser Strom umweltftreundlich?

 

Dies müssen wir entgegen vielfacher Verlautbarungen entschieden und deutlich in Frage stellen.

 

Warum?

 

Wir vom NABU sind zwar stark in der Klimaschutzbewegung engagiert, doch unser vorrangiger Schwerpunkt ist eindeutig der Arten- und Landschaftsschutz. Und wir fragen uns, ob der Preis, der von  Natur und Landschaft für die bisher forcierte Art von Klimaschutz bezahlt werden soll, von uns so achselzuckend akzeptiert werden kann.

 

Denn dieser Preis bedeutet:

 

  • über 12.000 Großvögel wie Adler, Milane, Weihen, Störche, Schwäne verenden alljährlich elendlich an den Rotorblättern der WKA - beim derzeitigen Ausbaustand.
  • über 200.000  durch Barotrauma getötete Fledermäuse jedes Jahr.
  • eine zahlenmäßig kaum zu schätzende Zahl getöteter Insekten durch die Rotorblätter der WKA.

 

Dazu:

 

Die überaus groß dimensionierten WKA (Repowering) stellen erhebliche Eingriffe ins Landschaftsbild dar. Eine gigantische und brutale Verwüstung ganzer Landstriche und eine Industrialisierung von Horzizonten - so sehen es neben uns auch immer mehr besorgte und entsetzte Mitbürger.

 

Bei einer geplanten 100igen Versorgung mit Erneuerbaren würden etwa 200.000 WKA unsere Republik bestücken müssen.Flächen von Naturschutzgebieten, Nationalparken und malerischen Bergkuppen wohl eingeschlossen.

 

Noch Platz oder Ziele für den Naturschutz?

 

Um ein derart bedrückendes Szenario nicht Realität werden zu lassen, unsere Forderungen:

 

  • endlich Ernst machen bei der Nutzung der enormen Energieeinsparpotentiale in nahezu allen unseren Lebensbereichen.Mit entsprechenden Techniken sind hier bis zu 30% Einsparungen zu erzielen - ohne spürbaren Komfortverlust.

 

  • Konsequente Förderung der Solartechnik. Auf jedes geeignete Dach - besonders in Gewerbe-und Industriegebieten -gehören Solarmodule. Entsprechender gesetzlicher Druck und großzügige Förderung dürften zusammen mit moderner Speichertechnik enorme Potentiale freilegen. Die großflächige Inanspruchnahme von Freiflächen für Solarmodule ist keine nachhaltige Lösung.

 

  • Rückbau der umweltschädlichen Rotorentechnik bei WKA und verstärkte Förderung der Turbinentechnik. Hier drehen sich mäßig große Schaufeln um eine vertikale Achse. Kaum eine Gefahr für Vögel, Fledermäuse und Insekten und installierbar auf jedes Hausdach und - größer dimensioniert - auch in Gewerbe-und Industriegebieten.

 

Alle drei Alternativen fördern eine dezentralisierte Form der Energieversorgung, unterstützen das lokale Handwerk und machen unabhängiger von großen Energieversorgern.

 

Klar ist: wir dürfen und können nicht mehr so weiter machen wie bisher. Wir als NABU müssen darauf achten, dass die neuen Wege unsere Mitgeschöpfe und Lebensräume mit Rücksicht behandeln und nicht zerstören.

 

 

 

 

Abertausende von Vögeln, Fledermäusen und Insekten werden alljährlich zu Opfern der bisher installierten Rotorentechnik bei Windkraftanlagen.Ein Preis, den ein Naturschutzverband wie der NABU niemals akzeptieren darf.




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