Vogelsterben erreicht auch Elmshorn

Amseln fallen dem Usutu-Virus am häufigsten zum Opfer
Amseln fallen dem Usutu-Virus am häufigsten zum Opfer

Meist sind es Amseln, die uns in den letzten Wochen gemeldet werden: sie sitzen apathisch herum, fliegen kaum noch weg und liegen dann am nächsten tag tot im Garten. Schuld ist in den meisten Fällen der sog. Usutu-Virus, der durch eine Stechmückenart übertragen wird, die sich im Zuge der Klimaerwärmung nach Norden ausbreitet.

 

Man kann leider nichts machen gegen diese Seuche und kann nur hoffen, dass genügend resistente Vögel übrig bleiben und sich in der kommenden Brutsaison wieder vermehren können.

 

Die stärksten Auswirkungen hat die Seuche erfahrungsgemäß beim ersten Auftreten in einer Region. In den Folgejahren wird der Ausbruch deutlich schwächer. Man vermutet, dass die Vögel Abwehrmechanismen entwickeln und dann eine erneute Infektion überleben können.

 

Was sollst du machen, wenn du in diesen Tagen einen toten Vogel findest?

 

Nur mit Handschuhen oder übergestülpter Plastiktüte anfassen und an geeeigneter Stelle eingraben. Wenn möglich, Meldung über Telefon oder E-Mail an uns bzw. an die folgenden Adressen.

 

www.nabu.de/usutu-melden

Renke Lühken, Usutu-Experte Bernhard-Nocht-Institut,  040-42 818 862.  

Bunte Wiese oder grünes Niemandsland?

Über 500 Wildbienenarten soll es in Deutschland geben. Ohne sie könnten wir unsere Ernten zum großen Teil vergessen. Trotzdem tun wir alles, um ihre Bestände bei uns zu reduzieren oder gar  auszulöschen.

Seit einigen Wochen knattert, brummt und stinkt es wieder in Flur und Garten: die Rasenmäher sind los.Mit Akribie und Inbrunst geht es allem an den Kragen, das sich traut, höher als fünf cm aus dem Boden zu ragen.Egal ob Grashalm, Gänseblümchen, Ehrenpreis oder Klee.Unnachsichtig fallen sie den Rotormessern zum Opfer und landen auf Abfallhaufen oder im Knick.Golfrasenstruktur hat in deutschen Gärten, Gemeinden und Städten nahezu sakralen und prestigeträchtigen Status erlangt.

 

Doch was ist so schön an dieser leblosen, sterilen und uniformen Einöde? Eine Graswüste, die mit Kunstdünger und Gift unbedingt am Leben gehalten werden muss? Ökologisch gesehen ist es totes Land, das uns umgibt. Friedhöfe vor der Haustür.Gleichzeitig beklagt man jedoch, dass es immer weniger Vögel gibt und dass man gerade in diesem Jahr erstaunlich wenige Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu Gesicht bekommt.

 

Eigentlich sollte das dir zu denken geben. Es sind Alarmzeichen, die uns die Umwelt sendet. Alarmzeichen, dass sich unsere Natur in einem erschreckenden Sinkflug befindet.

 

Natürlich hast du Recht, wenn du entgegnest, dass vor allem die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem übermäßigen Einsatz von Dünger und Pestiziden auf großflächigen Monokulturen  erhebliche Schuld an der gegenwärtigen Umweltmisere trägt. Aber warum importierst du derartige Methoden in deinen Hausgarten? Ist es nicht viel schöner, wenn statt dunkelgrüner Einöde blühende Kräuter und Blumen dein Umfeld zieren? Eine bunte Blumenwiese kann uns doch viel mehr Freude bringen, kann vor allem auch unseren Bienen und Schmetterlingen überlebenswichtige Nahrung und Schutz bieten.Und es kann spannend sein, wenn jede Woche etwas Neues blüht.Und im kommenden Jahr kann unsere Wiese wieder ganz anders aussehen.

 

Dein Rasenmäher wird fast arbeitslos. Denn nur noch zwei- bis dreimal solltest du deine Wiese mähen. Manche machen das auch mit einer Sense. Am besten, du lässt auch immer mal einen Streifen oder eine Insel ungemäht, lässt sie liegen bis ins nächste Jahr.Hier können sich dann Schmetterlingsraupen verpuppen und Wildbienen und Kleininsekten über den Winter verstecken.Im folgenden Jahr kann dann eine andere Ecke ungenutzt bleiben.

 

Sei also mutig und geduldig, lasse deinen Golfrasen einfach mal durchwachsen. Du wirst sehen wie schnell ein Kräutlein oder gar eine Wildblume die grüne Monotonie durchbricht. Jedes Jahr wirst du mehr Pflanzen bei dir entdecken. Wenn du sofort Erfolg sehen willst, ziehst du erst mal eine Teilfläche deines Rasens etwa drei bis fünf Centimeter ab und entsorgst die Soden am besten auf dem Kompost.Fülle dann mageren Oberboden auf (brauner bis heller Sand, Kiesgemisch) und säe im Fachhandel erhältliche Wildblumensaat ein. Nicht düngen und gut gießen!

 

Rückschläge und Enttäuschungen wirst du aushalten.Mit Geduld und zunehmender Erfahrung stellt sich jedoch rasch Erfolg ein und du wirst viel Freude an deiner Wiese haben.

 

Morgen kannst du schon anfangen!

Blühende Wegränder und Raine - so könnte auch dein Rasen aussehen. Und ohne Insekten gäbe es keine so schönen, leckeren Äpfel.

Schlimmer Umweltfrevel an der Krückau

Hunderte von Weiden, Eschen, Ulmen und Erlen sind dem Eingriff des Wasserverbandes Krückau zum Opfer gefallen.

Auf 300 Metern hat der Wasserverband Krückau kürzlich einen lebendigen und vielfältigen Auwaldsaum brutal abgesägt und gerodet. Hunderte von Weiden, Erlen, Ulmen und Eschen sind dem brutalen Eingriff zum Opfer gefallen. Bäume und Sträucher, die unser NABU vor über 30 Jahren gepflanzt hatte. Befreundete Vereine und engagierte Bürger haben über viele Jahre dabei mit geholfen. Nun ist alles dem rücksichtslosen Wüten des Wasserverbandes Krückau zum Opfer gefallen.

 

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie und das Landeswassergesetz schreiben eigentlich eine Wiedergesundung und einen guten ökologischen Zustand unserer Gewässer vor. Eingriffe- wenn dann überhaupt nötig und sinnvoll - sollen schonend und sensibel erfolgen. Leider wehrt sich der Wasserverband Krückau seit vielen Jahren gegen dieses Ziel und sträubt sich vehement gegen eine Renaturierung des Gewässers. Aktuell leider in Form eines bösen Umweltfrevels.

 

NABU und der BUND Elmshorn wollen das keineswegs achselzuckend zur Kenntnis nehmen, zumal auch die zuständigen Fachbehörden im Kreis Pinneberg ausdrücklich eine schonende Vorgehensweise angemahnt hatten. Am 04.04.18 haben wir die regionale Presse zu einem Ortstermin eingeladen, um die Öffentlichkeit von diesem Skandal in Kenntnis zu setzen. 

 

Wir haben den Vorfall unter Beifügung entsprechenden Bildmaterials zudem an die zuständige Staatsanwaltschaft in Itzehoe gemeldet. Wir werden abwarten müssen, ob der Staatsanwalt dem Eingriff eine strafrechtliche Relevanz beimisst.

 

Aufgetürmte Baumleichen flankieren jetzt als optischer Naturgenuss und zur Erholung der Spaziergänger den Krückauwanderweg bei Elmshorn.

Ein Bäumchen hat dem Sägemassaker des Wasserverbandes standgehalten und ziert jetzt die kahlrasierten Ufersäume.

aktuelle Meldung: die Staatsanwaltschaft Itzehoe will das Verfahren einstellen. Alles wohl nicht so schlimm -meinen die. Wir legen Widerspruch ein, denn das brutale Verwüsten des Auwaldsaumes durch den Wasserverband darf nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Countdown in der Natur ?

Blütenreiche Felder und Wegsäume - das ist Geschichte. Die Natur ist hier Opfer geworden von Gift und Gülleduschen der modernen Agrarwirtschaft. Wenn wir das bedauern oder ändern wollen, hilft nur ein sofortiges und konsequentes Umsteuern unserer Lebensmittelproduktion.

Wir erhalten immer mehr dieser Meldungen: Bienensterben, immer weniger Schmetterlinge. Blühende Wegränder - das war einmal. Und jetzt kaum noch Vögel am Futterhaus! Was ist draußen los?

 

Die Wissenschaftler sagen uns, dass wir in Deutschland und Europa in den letzten 30 Jahren gut 80 Millionen Brutpaare an Vögeln verloren haben. Wo sind sie geblieben? Okay, wir sind traurig, wenn wir sie plattgefahren auf den Straßen sehen, wenn sie gegen Fensterscheiben oder Stromleitungen fliegen, wenn die Katze sie stolz in die Wohnung trägt, wenn sie in großer Zahl von den modernen Windmühlen zerschreddert werden.  Und wir sind empört, wenn sie zu Millionen auf den Vogelmärkten rund ums Mittelmeer landen.

Doch am effektivsten - so sagt man uns - hat die industrielle Landwirtschaft unseren Vögeln Nahrung und Brutplätze entzogen. Glyphosat, Neonikotinoide, Gülleduschen oder Kreiselmäher haben erfolgreich und nahezu flächendeckend die natürliche Vielfalt aufs Abstellgleis verfrachtet.

 

Doch nicht allein Verkehr, Chemie, Pharma oder Agrarindustrie sind Schuld am gegenwärtigen Desaster: Auch du und ich tragen unser Scherflein dazu bei: Der Apfel im Supermarkt muss blankpoliert sein, Kotelett und Hühnerfleisch kaufen wir möglichst billig beim Discounter, Milch und Butter sollen nichts kosten. Unsere Kinder bringen wir mit dem SUV zur Schule und holen die Bötchen gleich auf dem Rückweg. Und mit akribischer Besessenheit mähen wir allwöchentlich mit viel Lärm und Gestank unseren Rasen. Gänseblümchen und Löwenzahn haben bei uns keine Chance, denn wir sind stolz auf unsere grüne, leblose Einöde vor der Tür. Nahrung für Insekten und Vögel? Sollen sich doch andere darum kümmern.

 

Mag vielleicht alles übertrieben klingen.Leider demonstriert uns die Realität 

immer eindringlicher, dass unsere Wirtschaftsweise und unsere Lebensform irgendwie in die falsche Richtung laufen. Unser Planet Erde zeigt uns immer häufiger die Gelbe Karte. Vielleicht mag es helfen, die Spieler auszuwechseln. Doch das Spiel geht weiter!

 

Unsere dafür verantwortlichen Politiker werden alljährlich von uns wieder gewählt. Auch, weil sie ständiges, unbegrenztes Wachstum fordern. Und wir klatschen eifrig Beifall. Dabei scheinen wir alle zu vergessen, dass es unendliches Wachstum in einem begrenzten System von Fläche und Ressourcen wohl nur in Märchen gibt.

 

Lösungen für unsere Natur, unseren Planeten und auch für uns sehen anders aus: Radikale Umstellung des Verkehrswesens unter konsequentem Verzicht auf fossile Antriebssysteme, dafür Förderung intelligenter Mobilität. Minuswachstum beim Flächenverbrauch und  konsequente Revitalisierung versiegelter Böden. Schließen der Giftlabore von Bayer und Monsanto, dafür Lebensmittelproduktion ohne Chemie, Kunstdünger und Massentierhaltung. Landwirtschaftliche Betriebe erzielen ausreichende Einkommen mit naturschonender Wirtschaftsweise und bekommen faire Preise am Markt - der Ökolandbau zeigt hier richtungsweisende Ansätze.

 

Nur eine radikale und vor allem nachhaltige Wirtschaftsweise und Lebensform kann das Donnergrollen regionaler und globaler ökologischer Katastrophen noch abwenden. Auch die Vögel an deinem Futterhaus werden dir letztendlich zeigen, ob unsere Gesellschaft diese Mammutaufgabe meistern kann.

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Pflanzen, Insekten, Amphibien und Vögel sind Indikatoren für den Zustand unserer Umwelt.Geht ihre Zahl zurück oder fehlen sie, ist das ein Alarmsignal für die Qualität unserer Existenzgrundlagen. Bei uns steht der Zeiger bereits im tiefroten Bereich.

Erinnerung und Dank an eine großzügige Spenderin

Ein kürzlich verstorbenes Mitglied hat unseren NABU in Elmshorn in ihrem Testament großzügig bedacht.Zur Erinnerung an die Spenderin pflanzen wir ihr einen Gedächtnisbaum - eine gut 5,00 m hohe Winterlinde. Sie steht im südlichen Teil des von uns betreuten Biotops "Alter Bahndamm/Horster Graben". An diesem Ort wächst bereits eine Reihe von Gedächtnisbäumen, die wir, aber auch Nachbarn aus der Umgebung, für verstorbene Mitglieder oder Freunde gepflanzt haben.Eine Plakette am Baum soll an  unsere Spenderin erinnern.

Wir haben es geschafft: die gut 5,00 m hohe Winterlinde steht am vorgesehenen Standort.

Mit unserem neuen Trolley ist der Transport des recht schweren Baumes halb so schwer.

In Sachen "Wegrandmahd" haben wir den Umweltminister des Landes Schleswig-Holstein angeschrieben.

Lies unseren Brief vom 01.10.2017 und die Antwort des Ministers vom 07.11.2017.

Mega-Rotoren in der Marsch?

Mit großer Skepsis verfolgt der NABU die Pläne der schleswig-holsteinischen Landesregierung zum weiteren Ausbau von Windkraftanlagen in der Seestermüher, Groß Nordender und Neuendeicher Marsch vor den Toren der Städte Uetersen und Elmshorn.

 

Neben der weiteren Verschandelung der Landschaft sind es vor allem die enormen und bestandsgefährdenden Verluste bei Fledermäusen und Vögeln, die durch die Errichtung der vorgesehenen über 20 Großwindanlagen zu erwarten sind.

 

Diese stehen quer zur Vogelzugrichtung und werden mit großer Sicherheit eine verheerende Wirkung auf die Tag und Nacht ziehenden Gänse, Schwäne, Greifvögel und auf nahezu alle anderen ziehenden Vogelarten ausüben. Stark gefährdet sind jedoch auch alle heimischen Brutvögel, wie Störche, Seeadler, Mäusebussard oder Rotmilan.

 

Wir werden deshalb eine entsprechende Stellungnahme an die Planungsbehörden in Kiel verfassen und darin mit Nachdruck die Aufgabe der Planung in diesem als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Raum einfordern.

 

Besonders enttäuschend reagiert der NABU auch in diesem Falle auf den "grünen" Umweltminister Robert Habeck, der mit vehementer Hartnäckigkeit und einer vorher nie gekannten Rücksichtslosigkeit den Ausbau unseres Bundeslandes zu einem flächigen Industriestandort vorantreibt, ohne die Belange des Landschaftsschutzes und des Artenschutzes auch nur ansatzweise zu berücksichtigen.

Hilfe für den Mauersegler

Im Europa der Urzeit hat er Höhlen in abgestorbenen Wipfeln uralter Bäume zum Brüten nutzen können. Im Mittelalter hat rasante Luftjäger Fugen und Ritzen in Burgen oder Gebäuden aufgesucht. Heute fliegt er immer noch gerne diese Brutmöglichkeiten in älteren Gebäuden an, um in den Sommermonaten seine Brut aufzuziehen. Doch Renovierungen und energetische Sanierung vieler Altbauten machen ihm zunehmend das Leben schwer, da Brutmöglichkeiten immer seltener werden.

 

Der NABU Elmshorn bietet dem Mauersegler daher neue Brutkästen an. Am alten Klärwerksturm an der Kruck hängen jetzt komfortable Nisthilfen. Wir hoffen, dass der wendige und pfeilschnelle Insektenjäger unsere Angebote nach seiner Rückkehr aus Afrika dann auch findet und annimmt. Doch wir werden Geduld haben müssen...

Fünf neue Kästen haben wir für den Mauersegler in luftiger Höhe am alten Klärwerksturm an der Kruck angebracht.

 

Sollten die Nisthilfen eines Tages alle angenommen werden, können wir ihre Anzahl beliebig erhöhen.

WINDKRAFT - Todesurteil für den Artenschutz?

Eindringlicher kann es kaum dargestellt werden: der triumphale Sieg der Holcim-Konzerninteressen über den Naturschutz.

 

Über 200 Meter ragen jetzt 16 monströse Windkraftanlagen mitten in die Naturschutzflächen des Breitenburger Moores und der Hörnerauniederung. Nur wenige Meter entfernt vom Seeadler-Brutrevier und mitten in den Jagdgründen von Weihen, Störchen und Kranichen. Andernorts mögen Abstandsregelungen derartige Exzesse vermieden haben, andernorts  haben auch schon Gerichte einer solchen Fehlplanung die Rote Karte gezeigt. Nicht so im Rot-Grün regierten Schleswig-Holstein: Der "grüne" Umweltminister Robert Habeck und seine hochbezahlte Mitarbeiterriege in seinem Ministerium und dem zuständigen Landesamt haben dem örtlichen Natur- und Artenschutz den Rücken gekehrt und sind offenbar eingeknickt vor den Interessen des Holcim Konzern und weiterer örtlicher Profiteure.

 

In der Region östlich von Lägerdorf-Rethwisch hatte sich in den letzten Jahrzehnten auch durch den unermüdlichen Einsatz des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes ein El Dorado des landesweiten Artenschutzes erhalten und entwickeln können.

 

Dies alles ist nun vorbei. Früher oder später werden zumindest die Großvögel, werden Uhu,Seeadler, Weißstorch und Rotmilan mit zerfetzten Gliedmaßen elendlich unter den Rotoren verreckt sein. Aber auch Fledermäusen und nahezu allen anderen Vogelarten wird ein solches Schicksal drohen. Und was passiert in nebliger, dunkler oder stürmischer Herbstnacht, wenn Tausende von nordischen Gänsen und Schwänen sich einen Weg durch das Rotorendickicht des Kreises Steinburg bahnen müssen?

 

Eingefleischte Energiewende-Fanatiker werden eine solche Entwicklung unkritisch begrüßen und der Generation, die in diesen Jahren weitgehend in virtuellen Welten aufwächst, wird es wohl egal sein - doch es gibt immer noch viele Mitmenschen, die erschrocken, verbittert und wütend sind über den sich derzeit bietenden dramatischen Wandlungsprozess unserer ehemaligen Kultur-und Naturlandschaften hin zu flächigen Industriestandorten und dies ohne erkennbare Rücksichtnahme auf Ästhetik, Landschaft und Natur.

 

Für wen und für was sollen sich diese Menschen bei kommenden Wahlen entscheiden? Zumal der Strom, der von den dortigen Anlagen produziert wird, nicht abgeführt werden kann - aber im Rahmen der Ökostromumlage von den norddeutschen Haushalten bezahlt werden muss, und zwar jedes Jahr mehr.


Der König der Nacht ist zurück

Dieser junge Uhu ist gerade von der Nistplattform abgesprungen, die wir ihm angeboten haben. Im Unterholz wird er bis zum Flüggewerden von seine Eltern weiter gefüttert

Europas größte Eule - der Uhu - ist wieder zurück bei uns.

 

Lange Zeit wurde ihm unerbittlich nachgestellt. Unsere Vorfahren sahen in ihm vor allem einen Nahrungskonkurrenten. Die Kaninchen, Enten und Tauben, die auf seinem Speisezettel stehen, wollten sie ihm nicht gönnen. Egoismus und engstirnige Missgunst  führten daher schließlich zur Ausrottung des Uhus in weiten Teilen unseres Landes.

 

Diese Zeiten sind zum Glück heute vorbei. Zwar gibt es immer noch kriminelle Geflügelzüchter und ewig gestrige Jäger, die ihm illegal nachstellen, aber der Uhu hat es trotzdem geschafft, viele seiner alten Reviere wieder zu besiedeln. Dies  sollte allerdings hauptsächlich durch menschliche Hilfe geschehen: Anfang der 1980er Jahre war es vor allem die sehr aktive Landesgruppe "Eulenschutz", der es gelang, in Gefangenschaft gezüchtete Uhus wieder in die Freiheit zu entlassen. Nach mittlerweile über 30 Jahren ist die Bilanz positiv: der König der Nacht siedelt wieder mit über 300 Paare in Schleswig-Holstein.

 

Aus der Gefahrenzone ist er damit jedoch nicht: der Straßenverkehr, Eisenbahnen und Stromleitungen fordern alljährlich viele Opfer. Äußerst fatal wirken sich zudem die vielen in den letzten Jahren  errichteten Windkraftanlagen aus, die eine zunehmend große Zahl der nächtlichen Jäger beim Anflug förmlich zerschreddern.  Daher bleibt es leider zweifelhaft, ob es dem Uhu gelingt, trotz der zunehmend großen, durch uns Menschen verursachten Gefahren bei uns zu überleben.

 

Wir vom NABU Elmshorn versuchen daher, unserer Großeule  zu helfen. Das Uhuweibchen legt im zeitigen Frühjahr. seine zwei bis vier Eier mit Vorliebe in Horste des Habichts oder des Mäusebussards. Findet er keine geeigneten Nester, brütet er einfach auf dem Boden. Um seine Brut nicht unnötigen Gefahren durch Fuchs oder Wildschwein auszusetzen, bauen wir ihm daher flache Brutkisten und befestigen diese in sicherer Höhe auf Bäumen  Gern nimmt er diese an und wir konnten zu unserer großen Freude in den letzten Jahren schon mehrfach erfolgreiche Bruten auf unseren Nisthilfen feststellen. 

 

 

Junge Uhus sind sehr wehrhaft. Bei Annäherung von Feinden wie Fuchs oder Dachs nehmen sie instinktiv eine Drohstellung ein oder werfen sich sogar auf den Rücken, um sich mit den scharfen Krallen wehren zu können..

Nisthilfen für Turmfalken

Der Turmfalke nistet gern in Gebäuden oder Nisthilfen, die wir vom NABU Elmshorn für ihn anbringen. Auch die Stromversorger Schleswig-Holstein Netz AG oder Tennet zeigen sich sehr kooperativ, wenn es darum geht, Nisthilfen in den Strommasten zu montieren. Der Turmfalke nimmt diese sehr gern an. Der Bruterfolg ist hier meistens sehr gut.

Der Turmfalke - ein etwa taubengroßer Greifvogel - ernährt sich hauptsächlich von Mäusen. Dabei steht er oft flügelschlagend in der Luft. Er "rüttelt", wie die Ornithologen sagen. Er brütet in Kirchtürmen, Scheunen, alten Gebäuden oder in freien, verlassenen Krähennestern. Seine Brut ist dabei oft gefährdet durch Feinde wie z.B. den Steinmarder, aber auch durch kalte und regnerische Witterung. In sicheren und geschützten Nisthilfen ist sein Bruterfolg dagegen meist besser. Deshalb bringt der NABU - in jeweiliger Absprache mit den Besitzern - sichere Nisthilfen an geeigneten Stellen an. So hilft uns z.B. die EON oder die Tennet beim Anbringen in E-Masten. Dort ist der Bruterfolg besonders groß.

Am 22.November- bei Schneeregen und ungemütlicher, nasser Kälte - haben wir eine Nisthilfe an einer Pappel in der Gemeinde Kollmar angebracht. Die Falken hatten hier in einer viel zu kleinen Baumhöhle gebrütet. Mal sehen, ob sie unsere attraktive Komfortwohnung im kommenden Jahr annehmen

Stacheldraht - tödliche Falle für Vögel

Eine schlimme Entdeckung machte unser Mitarbeiter kürzlich im Hohenfelder Moor: ein Mäusebussard hing hilflos zappelnd im Stacheldraht einer Viehkoppel. Mit seinem Flügel hatte er sich in den spitzen Zinken verfangen. Die Zinken hatten sich zwischen Flügelknochen und Sehnen gebohrt, so dass sich der Vogel nicht mehr befreien konnte. Ein qualvoller Tod auf Raten schien dem Vogel bevorzustehen und nur durch Zufall wurde er entdeckt, an einer Stelle, die kaum einmal ein Mensch betritt.

 

Wie lange er dort schon gehangen haben mag, ist unbekannt. Jedoch hatten sich bereits Fliegenmaden in der offenen Wunde festgesetzt. Der Vogel wurde vorsichtig aus dem stromführenden Draht geschnitten und sofort zur Wildtierstation nach Sparrieshoop gebracht.

 

Dort konnte er sogleich behutsam versorgt und gepflegt werden. Der Stacheldraht wurde vorsichtig aus seinem Flügel entfernt. Ob er jemals wieder fliegen wird, steht bis heute (19.06.15) noch nicht fest.

 

Anlässlich des Tages der "Offenen Tür" am 14.06.16 wurde der Pflegling von Christian Erdmann, dem Stationsleiter, den Besuchern vorgestellt .

 

Zum Glück kommen derartige Unfälle nicht allzu häufig vor. Aber sie passieren. Deshalb hat der NABU auf seinen verpachteten Wiesenflächen die Verwendung von Elektro-Glattdraht oder Kordeln zur Auflage gemacht. Dieser ist für anfliegende Vögel nicht so gefährlich. Sollte trotzdem einmal Stacheldraht Verwendung finden müssen (weil Tiere ständig ausbrechen), dann umwickelt der NABU diesen mit hellem Litzenband, so dass er von den Vögeln gut gesehen  und Unfälle vermieden werden können.

Heute am 21.06.16 mussten wir leider erfahren, dass der Bussard eingeschläfert wurde. Er hat es wohl nicht geschafft, trotz aufwändiger Pflege wieder zu regenerieren. Dankeschön trotzdem an die Helfer und Helferinnen der Wildtierstation!

Stacheldraht kann zur tödlichen Falle für Vögel werden. Um Unfälle zu vermeiden, kann man den Stacheldraht sichtbar machen, Litzenband oder Glattdraht verwenden.

Ein weiteres trauriges Beispiel: hier in Raa hat kürzlich eine Rabenkrähe einen qualvollen Tod erlitten

Toller Erfolg für den Artenschutz im Krückautal  !

Schon zum dritten Mal brütet der Eisvogel in einer künstlichen Wand, die unsere kindergruppe und ihre Gruppenleiter gebaut haben.

 

Der Eisvogel erbeutet in unserem Projektraum Krückau-Offenau kleine Fische und Insekten, die er in seine von ihm selbst gegrabene Höhle in der Kunstwand trägt.Gibt es genügend Beute, dann sitzt das Weibchen oft schon wieder auf einem neuen Gelege, während das Männchen die Jungen der ersten Brut füttert und zum Ausfliegen bringt. Mit diesem Verhalten kompensiert die Art die enormen Verluste, die ihr in strengen Wintern drohen, wenn alle Gewässer zugefroren sind und die Fische damit unerrreichbr bleiben.

 

Wir sind sehr stolz auf diesen großartigen Erfolg und freuen uns über den "fliegenden Edelstein", wenn er im raschen Flug dicht über die Wasseroberfläche schießt.

 

Der Eisvogel ist eine Indikatorart für saubere und fischreiche Gewässer. Obwohl Krückau und Offenau noch immer weit von einem natürlichen Zustand entfernt sind - Fische gibt es offenbar schon wieder reichlich.

 

Dass die Natur auf den NABU-Flächen im Krückautal ein bisschen wieder Luft holen kann, beweisen zudem auch die Vorkommen anderer seltener Vogelarten wie Sumpfrohrsänger, Goldammer, Schwarzkehlchen, Neuntöter und - erstmals in diesem Jahr - auch des schmucken Blaukehlchens. Alle diese Arten zeigen uns: wir sind auf dem richtigen Weg.

Der "fliegende Edelstein" an der Krückau

Auch der Neuntöter - typischer Bewohner halboffener Weidelandschaften- gehört zu den Gewinnern auf unseren Projektflächen im Krückautal

Fotos: Claus Dammann



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